Ist das nicht zu heiss in Nairobi?

Die häufigste Frage, die ich seit ich zu hören bekomme, seit ich in etlichen persönlichen Gesprächen über meine neue Heimat berichte: „Ist das nicht zu heiss in Nairobi?“ Und das sehr oft im doppelten Sinne des Wortes: Wetter und Sicherheit in Nairobi. Aber der Reihe nach.

Das Wetter in Nairobi

Kenia liegt in Ostafrika (also 1 Stunde voraus bei deutscher Sommerzeit, + 2 Stunden im Vergleich zu MEZ) auf Höhe des Äquators. Genauer gesagt: das untere Drittel ist auf der Südhalbkugel, der große Rest im Norden. Bedingt durch die koloniale Historie des Eisenbahnbaus ist aber genau das untere Drittel mit Nairobi in der Mitte, Mombasa an der Küste und Kisimu im Westen am Ukerewe See der wirtschaftlich vitale Teil Kenias. Sprich: das, was die meisten außerhalb Kenias als Kenia wahrnehmen. Wem Ukerewe nichts sagt: bekannter ist der See als „Lake Victoria“, aber ehrlich: der war schon lange vor Queen Victoria da und „entdeckt“. Halten wir fest: Nairobi hat also schon mal die umgekehrten Jahreszeiten wie wir es in Deutschland gewöhnt sind.

Dazu kommen die unterschiedlichen Klimazonen. Mombasa liegt direkt am Meer, Nairobi auf ca. 1700 m Höhe über NN! Wer also schon mal den üblichen Kenia Pauschalurlaub am Meer gebucht hat, wird auf ein komplett anderes Klima treffen als wir hier im Hochland. Das was man hier als „Frühjahr“ (Oktober bis November) und „Herbst“ (April bis Juni) bezeichnen könnte, ist die Regenzeit.

Regen ist hier etwas anders als bei uns

Was – vorallem in den Abendstunden und Nachts – dann in Sachen Regen passiert ist schon sehens- wert und (dank Blechdach) auch hörenswert. Irgendwer da oben scheint einen On/Off-Switch für’s Wasser zu besitzen. Von jetzt auf gleich – ohne jegliche Vorwarnung gießt es. Also nicht so giessen nach unseren europäischen Massstäben. Eher so als wenn man einen mittelgroßen See durch ein Nudelsieb kippt. Und eben so abrupt wie der Regen startet, so fix endet er auch wieder.

Egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter: Ein paar kräftige Wolken finden sich eigentlich immer am Himmel, den wirklich prallen Sonnenschein gibt es höchst selten, was das Leben hier recht angenehm macht. Aber durchaus auch tückisch in Sachen Sonnenbrand. Der nahezu senkrechte Sonnenstand gibt recht ordentliche UV Werte und insbesondere im Sommer ist auch bei milden 27 °C Sonnencreme dringend empfohlen.

Über den jahreszeitlichen Verlauf sind die Temparaturschwankungen einigermassen übersichtlich. Auch im „dicksten Winter“ habe ich keine einstelligen Plusgrade hier finden können. Die üblichen 15 – 17 °C sind für unsereinen vorsommerlich. Bei den Einheimischen führt das zu Fröstel-Attacken die mit Jacken und Heizstrahlern auf den Terrassen der Bars und Restaurants bekämpft wird.

Heizstrahler auf einer Terrasse bei 19 °C Außentemperatur. Das Wetter in Nairobi ist relativ.
Bei für unsereinen angenehmen 19 °C am Abend gehen auf Nairobis Terrassen die Heizpilze an.

Selbst an heissen Tagen steigt das Thermometer kaum über die 30 °C Marke in Nairobi. Wie gesagt: Küste ist ein komplett anderes Thema. Ein Wochenend-Trip nach Watamu Beach in der Nähe Malindis im November war eine durchaus schweisstreibende Angelegenheit, bedingt sowohl durch höhere Temperaturen als auch einer deutlich höheren Luftfeuchtigkeit. Soviel zum Wetter in Nairobi. Und was ist mit Klima?

Klimawandel in Kenia

Während Australien brennt ging das Löschwasser über Kenia nieder. Der meteorologische Dienst Kenias gab Anfang/Mitte Januar Warnungen über ungewöhnlich hohe Niederschlagsmengen durch. In der Tat: der eigentliche Hochsommermonat Januar ist schon jetzt viel, viel zu nass. Die beschriebenen heftigen Regengüsse, die üblicherweise nach dem November enden, haben sich über den Dezember bis Januar hingezogen. Entsprechend leidet die eh nicht immer komfortable Infrastruktur des Landes darunter. Neben Murenabgängen (mit Toten und Verletzten) in einigen ländlichen Gebieten sind einige unbefestigte Strassen Nairobis schon eher Bachbett ähnlich. Unsere Zubringerstrasse trägt den vollmundigen Namen „Thindigua Highway“ ist aber lediglich ein üblicherweise ordentlich verdichteter zweispuriger Feldweg, der Kiambu Road und Northern Bypass verbindet. Aktuell sind die Pfützen, die sich aneinander reihen, mindestens knöcheltief ausgefahren. Die nötigen Verschränkungen, die es braucht um nicht dauernd aufzusitzen, lassen die Karosserie unseres Peugeots selbst im Schritttempo mächtig knarzen.

Kommen wir vom Wetter zur Sicherheit in Nairobi.

Wie „heiß“ ist das Pflaster in Nairobi? Den Spitznamen, den sich Nairobi in den 1990er Jahren als „Nairobbery“ erarbeitet hatte, würde ich heute so nicht mehr unterschreiben. Natürlich gibt es – vor allem in der Nacht – NoGo-Areas in die sich mal Einheimische, geschweige denn Mzungus vor wagen. Aber diese NoGo-Areas gibt es in New York oder sogar Berlin auch. Das es Kriminalität gibt ist nicht zu bestreiten. Taschendiebstahl, Entführung, Vergewaltigung und Mord – alles dabei und sicher auch in handelsüblichen Mengen.

Aber zum einen wurde ich in all der Zeit in Nairobi noch nie zum Opfer (toi-toi-toi). Zum anderen – ohne gleich in Paranoia zu verfallen: es gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen.

  • Geld und Handy dicht am Körper behalten
  • keinen auffälligen Schmuck oder die extra-flashy Uhr tragen
  • die nötige Privatsphäre beim Geldumtausch oder bei der Automatenabhebung sicherstellen
  • Meiden von Menschenmassen und potentiellen Angriffszielen – oder wie’s auch gerne hier heisst: „mach einen Bogen um die Amis“
  • Auto auch während der Fahrt verschliessen und in einigen exponierten Ecken auch die Fenster geschlossen halten
  • Keine Wertgegenstände im Auto zurücklassen – gerüchtehalber soll es Detektoren für Laptops in Autos geben – weiss da jemand was?

Überhaupt gehört ein Auto zur persönlichen Sicherheitsausstattung eines Expats. Der öffentliche Personennahverkehr in Nairobi und warum man ihn nicht nutzen mag ist mal eine eigene Story wert.

Aber was ist mit Terror?

Richtig ist, dass Kenia – inbesondere die an Somalia angrenzten Nordprovinzen – auch mal von Al-Shabaab Milizen überfallen wird. Kenia ist militärisch bei der Befriedung des als „failed state“ einsortierten Somalia engagiert. Sehr zum Unwillen von radikalen Islamisten im Süden Somalias, die dort streng nach der Schari’a leben. In drei Fällen wurde Al-Shabaab auch in Nairobi aktiv:

  • 2013 beim Anschlag auf die Westgate Shopping Mall mit mindestens 67 Toten und mehr als 100 Verletzten (offizielle Zahlen, die oft genug als zu niedrig bezeichnet werden)
  • 2014 ein Handgranaten Anschlag im Stadteil Eastleigh (wo viele Somalis leben) mit 6 Toten
  • 2019 der Anschlag auf den Dursit D2 Komplex – Hotel, Restaurants und Büros – bei dem mindestens 21 Menschen ums Leben kamen (auch zu der Zahl gibt es reichlich Debatten)

Wenn man dann noch den Anschlag 1998 auf die US-Botschaft dazu rechnet, dann ist das sicher etwas mehr als Berlin, aber durchaus vergleichbar mit London oder Paris. Dennoch halte ich die Wahrscheinlichkeit in einer so großen Stadt zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein für sehr überschaubar. Oder wer in Spandau, Köpenick oder gar Potsdam hat im Dezember 2016 was vom Breitscheidplatz direkt mitbekommen?

Vermeintliche Sicherheit

Ein Versuch „Sicherheit zu produzieren“ ist auch an jeder Grundstückseinfahrt und an jedem Hauseingang zu finden: Es ist absolut üblich, dass die mit Mauern und Stacheldraht umstandenen Grundstücke mit einer Wache am Tor besetzt sind. Wir sprechen nicht von Kasernen. Das ist an jedem einzelnen Grundstück so. Egal ob Einfamilienhaus (dort oft auch als gated community im Zusammenschluß mehrerer), Appartementblock, Bürogebäude, Behörde oder Einkaufszentrum: überall findet sich Wachpersonal. Sofern der Publikumsverkehr etwas erhöht ist, mit Durchleuchtung des Autos, Personenkontrolle und div. Eintragungen in dicke Bücher, wer wann, wo reingegangen ist.

Datenschutzrechtlich dürfte davon in nächster Zeit aufgrund des neuen Kenya Data Protection Act sicherlich das ein oder andere kassiert werden. Aber auch abgesehen davon ist das allermeiste wirklich „Foo“. Die Wachen gehören zu den schlechtbezahltesten Arbeitnehmern und dürften im Falle eines Angriffs wie 2013 und 2019 die ersten sein, die die Füße in die Hand nehmen. Und die Kontrollen sind i.d.R. eher oberflächlicher Natur. Sofern die Jungs und Mädels am Eingang keine Ausbildung zum Sprengstoffhund haben, ist mit „Autotür auf, einmal drübergucken“ sicher nichts zu finden.

Kurz gesagt: nach meinen persönlichen Maßstäben ist Sicherheit in Nairobi in ausreichendem Masse gegeben.

Tansania – vielleicht das bessere Kenia?

Hmm, Nairobi Notes und dann erstmal einen Artikel über Tansania? Ja, ja … schon gut! Aber ein paar frische Eindrücke von dem Kurztrip nach Tansania – vielleicht das bessere Kenia – wollen festgehalten werden.

Panorama der Gegend um Arusha, Tansania - dem vielleicht besseren Kenia. Links der Mt. Meru, rechts der Mt. Kilimanjaro. Leider von Wolken weitgehend verdeckt
Panorama: links Mt. Meru, rechts (hinter den Wolken) Mt. Kilimanjaro

Die Idee war Silvester und Neujahr am Fuß des Kilimanjaro zu verbringen. Zum einen, weil der Name alleine schon faszinierend ist. Zum anderen, weil sich schon der andere olle Lebemann namens Hemingway sich da rumgetrieben hat. Und auch – Psst! Nicht petzen! – weil mein bereits verlängertes Visum am 4. Januar 2020 ausgelaufen wäre. Der Sprung hinter die Grenze qualifiziert damit für neue 90 Tage bei der Einreise. Hintergrund: meine „Permanent Residency“ hängt immer noch in der Luft. Vielleicht in einem anderen Post mal mehr dazu …

Kenia und Tansania pflegen nicht immer das beste Verhältnis zueinander. Den Kenianern gelten die südlichen Nachbar als „lazy“. Für die Tansanier sind die Kenianer „savages“. So heisst es zumindest. Sagen wir mal so: in der Tat ticken die Uhren in Tansania gefühlt etwas gemütlicher und die Menschen pflegen einen relaxteren und freundlicheren Umgang miteinander. Zu den kenianischen Unsitten (vorallem im Strassenverkehr) gibt’s auch gerne nochmal separat Post-Nachschlag.

Die Reise von Nairobi nach Arusha ist keine wirkliche Herausforderung und kann bequem mit jedem PKW absolviert werden. Oder – zumindest habe ich mir das geschworen – beim nächsten Mal mit dem Motorrad. Über den Mombasa Highway geht’s bis Athi River. Dort einmal rechts abbiegen auf die A104 zur Grenze nach Namanga. Von dort weiter nach Arusha. In unserem Fall noch ein paar Kilometer hinten dran Richtung Moshi. Unser Hotel „Kilimanjaro Eco Lodge“ liegt einigermassen in der Mitte am Fuß des Mount Meru.

Lernt das vereinte Europa wieder schätzen!

Allen Nationalisten in Europa sein ein Road-Trip durch Afrika empfohlen. Der Grenzübertritt grundsätzlich ist nicht sehr schwierig. Kenianer reisen Visum-frei, ich als Mitteleuropäer bekomme eines Online vorab für ein paar Dollar ausgestellt. Aber das Prozedere an der Grenze ist für uns ein Film aus längst vergangenen Zeiten. Und ehrlich: nie ist mir das so bewusst geworden wie in der guten Stunde, die wir mit der Grenzabfertigung verbracht haben.

Als erstes:

  • Auto parken
  • Kofferraum auf
  • Gepäck raus und zu Fuß damit zum Grenzer-Gebäude.

Dort wird das Gepäck wie am Flughafen durch den Fliessband-Scanner geschickt. Während dessen ist man selbst mit Auskünften zur Gelbfieber Impfung Auskunft beschäftigt (aktueller und vollgestempelter Impfausweis sehr empfohlen). Dann Auschecken in Kenia:

  • Passkontrolle inkl. Abgleich des Konterfeis via Kamera mit dem biometrischen Ausweisbild.
  • Einmal alle 10 Fingerabrücke abliefern
  • Dann weiter zum Check-In in Tansania.

Erfreulicherweise innerhalb des gleichen Gebäude, das als „One-Stop-Border-Control“ einen echten Fortschritt zu einigen Jahre zuvor (so wurde mir berichtet) darstellt. In Tansania das gleiche Spiel:

  • Visum und Einreiseformular vorzeigen
  • Passabgleich mit Kamera und wieder 10er Scan der Fingerabrücke.

Der Datenschützer in mir bekommt langsam Schnappatmung.

Da wir mit dem eigenen Auto unterwegs sind ist das Log-Book – vergleichbar unserem Fahrzeugbrief – unseres Peugeot 207 im Gepäck. Auch unsere Löwenbaby wird „eingereist“, sprich temporär importiert, was bedeutet dass das Logbook einkassiert unter Verwaltung der kenianischen Grenzbehörde gestellt wird. Schliesslich könnten wir das Auto ja in Tansania sonst verkaufen. Dazu kommt noch eine Kfz-Versicherung, da unsere kenianische Versicherung das benachbarte Ausland nicht abdeckt.

Der Hacker in mir wird wach

Der entsprechende Beamte ist locker drauf und sehr freundlich (wie übrigens alle Grenzer!). So kann ich mir die Frage erlauben, ob er nebenbei einen schwunghaften Gebrauchtwagen Handel betreibt. Immerhin ist das Logbook, ebenso wie unser Fahrzeugbrief, schliesslich ein Eigentumsnachweis. Es wäre ein Leichtes, wenn mal hier und da ein Logbook unauffindbar wäre. Dafür umgekehrt ein geklautes Auto gleicher Baureihe auf einmal neue Papiere hätte. Immerhin bekommen wir ausnahmsweise das Logbook wieder ausgehändigt. Keine Ahnung ob aufgrund der guten Stimmung oder ob meines ehrlichen Gesichts. Immerhin dürfte uns das beim Wiedereintritt in die kenianische Atmosphäre schon mal eine Lauferei ersparen.

Apropos erspart und Lauferei: einiges davon übernimmt unserer „Customs Agent“. Lizenzierte Helferlein, die einen unmittelbar vor der Grenze „auflauern“ und ihre Dienst anbieten. Ob die wirklich verpflichtend sind, habe ich bis heute nicht in Erfahrung bringen können. Und: Keine Ahnung, wie lange die Chose ansonsten ohne ihn gedauert hätte. Wohl gemerkt: zu diesem Zeitpunkt ist nicht sehr viel zu tun und erst nach uns trudeln 3 Busse ein!

Zusätzlich wird uns dringlich ans Herz gelegt in Verbandskasten, Warndreieck und Feuerlöscher zu investieren. Alles Dinge, die in Kenia sicher auch hilfreich, aber eben nicht vorgeschrieben sind. Entsprechend selten findest sich das auch in den Fahrzeugen die gemeinhin zu kaufen sind. Tansania hat in der Tat die sehr viel strengeren Strassenverkehrsregeln. Diese werden aber auch sehr viel klarer in der Ausschilderung angezeigt. Und auch recht konsequent verfolgt. Na, ja fast. Dazu später mehr.

Lauferei, Zeitverlust und Kosten

Wie schon erwähnt: neben all dem Papierkram und der dazu notwendigen Zeit von gut einer Stunde addierten sich am Ende noch

  • 3500 KES (ca. 32 €) für die Kfz-Versicherung,
  • 2000 KES (ca. 18 €) für unser Helferlein von Kenia nach Tansania
  • 1000 KES (ca. 9 €) für das Helferlein auf der Rückreise von Tansania nach Kenia
  • 2800 KES (weitere ca. 25 €) für die Aufrüstung unseres Sicherheitsequipments.

Alles in allem also rund 84 € + je ca. $ 50 für das tansanische und das kenianische Visum.

Ist nun Tansania vielleicht das bessere Kenia?

Kann sein, dass es der (Kurz-)Urlaubsstimmung geschuldet ist, aber irgendwie erschien mir Tansania europäischer als Kenia. Ok, mindestens südeuropäischer. Die Landschaft hinter der Grenze in Namanga ist eine Mischung aus Allgäu und Südtirol. Aber alles ordentlich wie in der Schweiz. Ja, auch in Tansania gibt es Armut. Ja, es gibt auch dreckige Ecken. Aber alles in allem wird man den Eindruck nicht los, als würde hier einmal die Woche feucht durchgefeudelt. Mag sein, dass auch die Abhängigkeit vom Tourismus ein Grund dafür ist. Etwa ein Viertel des Bruttosozialprodukts Tansanias steuert der Tourismus bei. Kilimanjaro, Serengeti, Ngorongoro – alles weltbekannte Namen nicht erst seit Prof. Grzimek. Und alle in Tansania gelegen. Dazu noch Sansibars Strände und schon wird das Bild in Sachen Tourismus rund.

Dazu die schon erwähnte Entspanntheit. Vorallem im direkten Vergleich mit Nairobi. Ok – Großstadt Nairobi mit der ländlichen Region vor Arusha und dem nur ein Zehntel so großen Arusha selbst zu vergleichen ist sicher unfair. Vielleicht liegt ein Teil auch in der wirtschaftlich etwas schwächeren Situation von Tansania begründet. Es gibt demgemäß etwas weniger Autos auf den Straßen.

Ein weiterer sehr viel wichtigere Aspekt aber ist der respektvollere Umgang miteinander. Die Unmöglichkeiten des Nairobi Traffics erlaubt sich schlicht und ergreifend niemand. Wo bei Stau in Nairobi aus einer Fahrspur gleich derer vier werden, bleibt Arusha gelassen und freundlich. Spätfolgen des „afrikanischen Sozialismus“ der bis in die 80er Jahre in Tansania herrschte? Ein bisschen Ostalgie schwingt sich ein.

Ganz sicher aber auch wegen der sehr viel häufigeren Polizeikontrollen entlang unserer Route. Die Verkehrsregeln entsprechen den unseren, die Ausschilderung ist klar und unmissverständlich mit internationalen Verkehrszeichen. Die meisten Kontrollen (etwa 2 bis 3 pro Tag) beschränken sich auf die Durchsicht der Papiere und enden meist mit einem freundlichen „Gute Weiterreise“.

Die Ausnahme der Regel

Nur in einem Fall drängt sich der Eindruck auf: Aussieben nach Nummernschild, dann einen Verstoß finden. Der junge Polizist ist freundlich aber sehr nachdrücklich in seinem Vorwurf ich hätte einen Zebrastreifen missachtet und nicht auf Null abgebremst. Da er mich als „professional driver“ bezeichnet, wüsste ich gerne woran er das „professional“ denn festmacht. Mein Führerschein als solcher macht für ihn die Profession. Ich kann ihm klarmachen, dass mein Verständnis von „professional“ auf mehr als 1 Mio. gefahrener km beruht. Ein unvorstellbare Zahl für ihn. Die meisten Kenianer (und wohl auch Tansanier) kommen im Durchschnitt auf 8000 km p.a. Fahrleistung.

Hilfsweise werden dann die Badelatschen in denen ich fahre bekrittelt. Schuhe oder barfuss! Alles andere ist unsicher! Auch dazu tue ich ihm höflich meine „professionelle“ Meinung kund, aber sein Urteil steht fest: 30.000 TZS (ca. 15 €) will er sehen. Da wir (vorgeblich) kein Bargeld dabei haben, bieten wir Kreditkartenzahlung an. Was (erwartungsgemäss) nicht funktioniert. Die Frage nach M-PESA – dem mobilen Zahlungssystem (auch dazu ein andermal mehr)- beantworten wir wahrheitsgemäss mit „nur die kenianische Variante“. Das es selbst für Bargeldauszahlungen ein Roaming-Abkommen zwischen den nationalen Providern gibt scheint er zu unserem Glück nicht zu wissen. So lässt er uns dann nach Schuhwechsel und ein paar Höflichkeiten unverrichteter Dinge und unkassiert wieder ziehen. Ich fürchte ein paar andere kenianische Nummernschilder haben heute für mich mitbezahlen dürfen.

Trotzdem: unser Entschluß steht fest! Wir kommen wieder. Vielleicht sogar für eine sehr viel längere Zeit. Die Freundlichkeit und Gelassenheit des Landes lassen Tansania als eine gute Basis für einen entspannten Lebensabend erscheinen.

Blogging Challenge #Projekt26 … accepted!

Mal wieder war es der von mir so geschätzte Torsten Landsiedel, der mit einem, nein zwei Tweets zur Blogging Challenge #Projekt26 alles lostrat:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://twitter.com/zodiac1978/status/1210976974677725184
Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://twitter.com/zodiac1978/status/1210976976309309441

Einmal hatte ich mich am – zugegeben noch etwas anstrengenderen – Projekt52 in Sachen Blogging versucht und war kläglich gescheitert. Aber „nur“ alle zwei Wochen was schreiben? Und dazu auch noch etwas auf Vorrat in der Kiste haben, das nun ausgebuddelt und veröffentlich werden kann? Warum also nicht nochmal einen Versuch mit der Blogging Challenge #Projekt26 starten?!

Ok. Beim Studium der Bedingungen kam dann der erste Dämpfer:

Das Thema sollte WordPress sein, angrenzende Themengebiete, wie CSS, Javascript, etc. gehen natürlich auch. Bonuspunkte gibt es für Artikel zum Thema Gutenberg.

https://torstenlandsiedel.de/2019/12/28/projekt26-jetzt-erst-recht/

Hmm, nicht gerade deckungsgleich, mit dem, was ich in der Schublade habe. Der Name des Blogs „Nairobi Notes“ legt es nahe: hier geht’s um meine neue Wahlheimat. Um Dinge, die ich um mich herum wahrnehme und die manchmal so gar nicht in meinen bisherigen Erfahrungshorizont passen und daher aufgeschrieben und erklärt gehören. Aber da zu meiner Wahlheimat Nairobi eben auch WordPress in meinem beruflichen Umfeld gehört, werde ich die Themenauswahl einfach etwas erweitern.

Dann eben auch ein bisschen WordPress als Thema

Auch da gibt es genügend Dinge, die hier anders (nicht unbedingt besser, nicht unbedingt schlechter, einfach nur anders) laufen als unsereiner das von „good old Germany“ gewohnt sein mag. Und das bringt dann auch gleich die zweite Änderung an meinem Vorhaben mit sich: deutsch oder englisch? Oder beides?

#Projekt26 und #project26 side-by-side

Hmm … Ausgangspunkt meiner Überlegung sind die beiden Zielgruppen, die ich im Kopf habe:

  • Der deutschsprachige Teil wird im wesentlichen die „Daheimgebliebenen“ adressieren. Ich werde versuche ein bisschen Einblick in meine tägliche Lebenssituation und in mein Arbeitsumfeld zu geben.
  • Der englischsprachige Teil richtet sich auch die lokale Community um wird neben WordPress auch ein bisschen „Businesstalk“ enthalten. Ich bin nun mal in erster Linie Betriebswirt und gerade in dem jungen und aufstrebenden Umfeld Nairobi fühle ich mich geradezu verpflichtet ein bisschen was von meiner Erfahrung aus 20 Jahren Selbstständigkeit weiterzugeben.

Für den Anfang werde ich mir den Aufwand von multilingualen Plugins erstmal sparen. Also bitte nicht wundern, wenn sich die Artikel in deutsch und englisch (im Idealfall) abwechseln. Und folgerichtig, wird dieser Artikel hier der einzige sein, den es auch in englisch zu lesen geben wird. Und: ich lasse mich auch gerne von besseren Wegen im Rahmen der Kommentare überzeugen. Wie war das doch gleich:

Alle zwei Wochen muss ein anderer Blogartikel kommentiert werden – das ist neu, aber wichtig, damit wir den Blog wieder als zentralen Ort für den Austausch nutzen und das nicht auf den Social Media Plattformen diverser Konzerne machen.

https://torstenlandsiedel.de/2019/12/28/projekt26-jetzt-erst-recht/

Ein sehr löblicher Ansatz BTW, den ich sehr unterstütze!

Also dann: was spricht dafür, was dagegen deutsch- und englischsprachigen Content locker in einer Timeline zu mixen? Und falls die Nachteile (z.B. in Sachen SEO) überwiegen: welchen Weg für multilingualen Content empfiehlt die geneigte Leserschaft? Und warum?

Ich bitte um Kommentare!

Blogging challenge #project26 … accepted!

Once more it was – my much appreciated collegue – Torsten Landsiedel, who came up with one, no two tweets about the blogging challenge #project26:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://twitter.com/zodiac1978/status/1210976974677725184
Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://twitter.com/zodiac1978/status/1210976976309309441

Some time earlier I already failed at the – ok, much more challenging – project52 in terms of regular blogging. This one seemed to be easier: just a bi-weekly interval? And this time already being somewhat prepared, with content in stock? So why not taking another try with blogging challenge #project26!?

When reading the „terms and conditions“ I started doubting:

Das Thema sollte WordPress sein, angrenzende Themengebiete, wie CSS, Javascript, etc. gehen natürlich auch. Bonuspunkte gibt es für Artikel zum Thema Gutenberg.

https://torstenlandsiedel.de/2019/12/28/projekt26-jetzt-erst-recht/

Hmm, WordPress as topic, surroundings like CSS, Javascript, etc. Bonuspoints for Gutenberg related stuff …? Not what I had in mind and on stock. The name of my blog „Nairobi Notes“ already gives the idea: It’s about my new hometown. Things that I encounter and which sometimes do not fit to my previous experiences, worth to be noted down and explained. But as WordPress still is part of my professional life in Nairobi, I just decided to expand the choises of topics covered.

So it is WordPress as well

I find enough things here and there in my new WordPress world, which are different (not necessarily worse, not necessarily better, just different) from the usual expericence in „good old Germany“. And this leads to the second peculiarity of this blog: shall I publish in German or in English? Or both?

#Projekt26 and #project26 side-by-side

Having two different audiences in mind, here are my thoughts about it:

  • the german spoken part will mainly be for the ones I „left behind“. I’ll try to give you an insight into my daily life and my work environment here in Nairobi.
  • the english spoken part addresses the local Kenyan Community as well. Besides WordPress I will allow myself some thoughts on business-related stuff. I’m a Master of Business Administration and I feel somewhat obliged to share some of my experiences of being self-employed for 20 years now.

At this point of the project I will just avoid any hassle of multilingual plugins. Therefore: don’t be suprised to find posts (ideally) alternating in german or english. And consequently this will be the only post which is published in german as well. But: I’m willing to learn from your comments about this! Or as Torsten challenged:

Alle zwei Wochen muss ein anderer Blogartikel kommentiert werden – das ist neu, aber wichtig, damit wir den Blog wieder als zentralen Ort für den Austausch nutzen und das nicht auf den Social Media Plattformen diverser Konzerne machen.

https://torstenlandsiedel.de/2019/12/28/projekt26-jetzt-erst-recht/

So: not only publishing, but commenting on other peoples posts to gain back some of the internet that some multinationals took from us! An approach I totally promote as well!

So: what are the pros and cons of mixing up german- and english-spoken content (or for you guys in Kenya: having swahili and english content side-by-side) in one timeline? And if the drawbacks prevail (e.g. for SEO): what would be the right way in your opinion to organize the content? And why do you recommend this particular way?

Let me have your comments!