Nairobi Nationalpark? Direkt vor Haustüre!

Direkt am Stadtrand liegt der Nairobi Nationalpark. Auch wenn aktuell der Besuch eher weniger auf der Agenda ist. Und weil ich festgestellt habe, dass ich ein bisschen im Hintertreffen bin, was meine Blogbeitragslieferungen angeht.

Bedingt durch die Größe (oder eben eher Nicht-Größe) findet sich im Nairobi Nationalpark bis auf Elefanten so ziemlich alles, was die Großwildnatur hier hergibt:

Wichtig: früh – also wirklich früh! – aufstehen ist Pflicht. Zum einen um dem Verkehr zu entgehen. Zum anderen, und vor allem, weil sehr viel wichtiger: auch das Viehzeugs ist eher in den Morgenstunden unterwegs. Die Chance etwas zu sehen ist einfach größer.

Eintrittspreise für den Nairobi Nationalpark

Der Eintritt für Non-Residents (sprich: Touristen) ist mit $ 43 etwa 10-mal so teuer wie für Einheimische, aber dennoch jederzeit sein Geld wert. Kreditkartenzahlung ist möglich, aber auch das ansonsten weitverbreitete M-PESA wird angenommen. Die Skyline im Hintergrund zusammen mit den wilden Tieren macht darüberhinaus den besonderen Reiz des Nairobi Nationalpark aus.

Auch wenn grundsätzlich jeder PKW für die Strecken innerhalb des Nairobi Nationalpart zulässig ist, an ein paar Stellen wünscht man sich doch ein allradgetriebenes Fahrzeug. Teile der Strecke – insbesondere unmittelbar hinter der Einfahrt – sind zwar asphaltiert, aber überwiegend ist man auf Pisten unterwegs. Ein 4×4 verursacht beim Parkeintritt keine Extrakosten, lediglich die höheren Kosten für ein Mietfahrzeug sind zu berücksichtigen.

Was gibt’s zu sehen?

Bei unserem Besuch Mitte November 2018 war uns das Glück einigermassen hold. Die „Big 5“ sind zwar noch nicht alle abgearbeitet. Aber immerhin gab es eine gigantisch große Herde von Büffeln – geschätzt sicher um die 200 Tiere – zu sehen. Etwas kleiner fiel die Zebra Herde aus. Mehrere Giraffen waren meist von der Ferne zu sehen, bis fast am Schluß eine unmittelbar vor uns den Weg kreuzte. Dazu gleich in der Früh ein paar Nashörner, die die asphaltierte Straße für sich in Anspruch nahm und sich nach der Kühle des frühen Morgens dort erstmal aufwärmte. Dazu etliche Varianten von Gazellen, Rhesusaffen, verschiedenste Vögel sowie eine Schildkröte – ebenso auf dem Asphalt sonnend wie die Nashörner. Was uns leider versagt blieb waren Gepard und Flusspferd.

Corona in Nairobi

Nein, wir sprechen nicht über das Bier. Und eigentlich auch nicht nur über Corona in Nairobi, sondern über die komplette Situation in Kenia. Auch wenn das im Moment im wesentlichen die Ballungszentren Nairobi und Mombasa mit dem anhängenden Küstenstreifen betrifft.

Freitag, der 13.

Seitdem ist der erste Coronafall in Kenia bekannt. Eine Dame aus Kenia, die aus den USA via London mit dem Flieger heimkehrte. Zwischenzeitlich sind 2 weitere, bestätigte Fälle dazu gekommen. Insgesamt 20 sind unter Verdacht. Die Reaktion der Regierung kam recht zügig: Grenzen dicht für Einreisende aus Risikogebieten, Empfehlung (!) zu social distancing und Händewaschen, Selbst-Quarantäne für Heimkehrer aus Risikogebieten, Ausbildung für Krankenhauspersonal, Hotline für die Meldung von Coronafällen.

Das kam wie gesagt schnell, ist – wie wir wissen – aber erst ein Anfang. Erst recht, wenn man sich die Umsetzung ansieht:

  • Zu Hause bleiben ist für die meisten nicht. Zum Teil aus wirtschaftlicher Notwendigkeit – nicht wenige leben von Zahltag zu Zahltag und bei einigen ist der täglich. Zu einem anderen Teil aufgrund fehlender Remote-Work Infrastuktur – da sind kenianische Unternehmenskulturen in einigen Bereichen keinen Deut besser oder schlechter als in Deutschland. Und zu einem ebenfalls nicht zu unterschätzenden Teil auch aus Ignoranz
  • Die Kinder sind zwar nicht in der Schule, sind aber weiterhin draussen und in Horden. Nichts gewonnen.
  • Menschenansammlungen werden auch durch mangelhafte Kommunikation nicht wirklich vermieden. Beispiel gefällig? Ich war gestern beim Immigration Department. Lange Schlange voller Non-Kenians aus allen Kulturkreisen. Die die, wie ich eine Verlängerung des Visums beantragen wollten, wurden vom Wachpersonal nach Hause geschickt. Begründung: es werden derzeit keine Verlängerungen ausgestellt, ggf. illegaler Aufenthalt wird geduldet. Dennoch stehst Du da erstmal ’ne halbe Stunde in der Herde und hast ggf. Corona-Party.
  • Händewaschen gehört in Kenia an sich schon zu jeder Mahlzeit dazu. Das Thema bisher ist zwar „food safety“, aber den Switch nun das wegen Corona in Nairobi schon vor das Essen in das Betreten des Restaurants zu tun bekommen nicht alle hin.
  • Das Krankenhauspersonal im Umgang mit Corona trainiert wird, nachdem der erste Fall da ist, muss man eindeutig als komplett blauäugig bezeichnen. Das ist schon fast die gleiche Liga wie die weit und gerne verbreitete Annahme, dass „schwarzes“ Blut gegen Corona immun sei.

Die Konsequenzen

Entsprechend unvorbereitet sind die Krankenhäuser in der Tat. Mein Fast-Schwägerin war gestern auf Abenteuerreise in gleich zwei Bezirkskrankenhäusern. Beide verfügten über keine Test- oder Quarantänemöglichkeiten. Beim zweiten wurde immerhin eine allgemeine Untersuchung vorgenommen (und Corona ohne Test erstmal ausgeschlossen) und Medikation verschrieben. Die Hotline ist wahlweise unbesetzt, überlastet oder gibt wenig verlässliche Auskünfte.

Immerhin untersagte der County Governor von Mombasa relativ strikt die üblichen Ansammlungen und schloß konsequent Bars, Restaurants und Diskotheken. Ebenso fallen die Flüge von Kenia Airways nach Malindi ersatzlos aus. Dazu sollte man wissen, das größere Teil der Küstenregion fest in italienischer Hand sind. Sowohl was die Besucher als auch die Hotel- und Restaurantbesitzer angeht. Und wenig überraschend sind auch die beiden Coronafälle auf den benachbarten Seychellen zwei italienische Touristen.

Nebenwirkungen von Corona in Nairobi?

Nun, zum einen die üblichen, wie auf der restlichen Welt auch: Hamsterkäufe von Klopapier. Ich habe die aktuellen Erkenntnisse deutscher Virologen gelesen, die davon berichten, dass 30 % der erkannten Fälle mit minderschwerem Verlauf auch von Durchfall betroffen sind. Ich bezweifele allerdings, das diese Erkenntnis sich gleich dermassen im Kaufverhalten niederschlägt oder niederschlagen muss.

Schon über’s Wochenende wurde DCI – das „Directorate of Criminal Investigations“ – in Kenia tätig um einen, der Fakenews verbreitete, zu verhaften.

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Video-Link: https://twitter.com/DCI_Kenya/status/1239271995860307968

Mit solchen Verhaftungen geht auch immer ordentlich Social Media Geklingel einher (was der Unschuldsvermutung nicht immer wirklich zuträglich ist). Man konnte schon den Eindruck gewinnen, dass es in dem Fall darum ging möglichst schnell und recht dramatisch eine Präzedenzfall zu schaffen um solches Treiben von Anfang an zu unterbinden. Ein paar Ungereimheiten in der Berichterstattung liessen sogar den Schluß zu, dass die komplette Nummer inszeniert gewesen sein könnte um „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht“ herbei zu führen.

Um die finanzielle Situation einiger Familien und kleinerer Unternehmen zu entspannen, aber auch um Bargeld (als potentiellen Krankheitsüberträger) aus dem Spiel zu nehmen wurden die Transaktionsgrenzen auf M-PESA hochgedreht.

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Video-Link: https://twitter.com/SafaricomPLC/status/1239522331590098947
SMS Werbung für "Softloan" als Corona Überbrückung

Die ersten Angebote für Kurzzeitüberziehungskredite trudeln zwischenzeitlich per SMS auf meinem Handy ein. Nichts kann in Kenia so schlimm sein, als dass sich nicht noch ein Geschäft daraus generieren lässt.

Ich warte noch auf die Corona Parties. Es wird sie geben. Ich bin mir sicher. Intelligenz ist wie sich gerade weltweit zeigt keine Frage von Alter, Herkunft, Hautfarbe oder Religion.

Die Situation für mich als Deutscher?

Zunächst einmal bin ich ganz fröhlich mit der Kommunikation, die das Auswärtige Amt und die Botschaft in Nairobi betreiben. Über die ELEFAND Liste tauchen im Moment im Tagesrhythmus Statusupdates zu Corona in Nairobi in meiner Mailbox auf. Via Twitter gibt’s sogar noch weitere Aktualisierungen.

Die Anweisung möglichst fix nach Hause zu reisen und sogar der Einsatz von Sonderfliegern erscheint mir – Stand heute, nur für mich betrachtet – aber übertrieben. Warum sollte ich mich von einem derzeit sehr moderat betroffenen Land in ein komplett runtergefahrenes Deutschland begeben? Selbst-Quarantäne hab ich hier eh schon. Unser Homeoffice ist ausreichend gut ausgestattet um alle anfallenden Arbeiten erledigen zu können und am Wochenende haben wir die Lebensmittelbestände für die nächsten 14 Tage hochgefahren. Interessanterweise schaut dann so ein Einkaufswagen immer noch recht normal aus.

Die Einschätzung könnte sich unter den oben beschriebenen Umständen aber recht schnell ändern. Meine persönliche, komplett unwissenschaftliche Vorhersage geht von einer 3-stelligen Fallzahl bis zum Ende der Woche aus. Aber ich bin weit davon entfernt in Panik zu verfallen, wie z.B. die, die auf Twitter gerade weltweit sinngemäß „Frauen und Kinder zu erst in die Rettungsboote, Deutsche bitte noch zuvor“ krakelen. Einmal mehr fremdschämen für die eigenen Landsleute.

Update 23.3.2020

Die Zahl der Corona Fälle ist zwischenzeitlich bei 15 angekommen. Alle davon sind nach offiziellen Angaben von außen eingeschleppt worden, sprich: es gibt derzeit noch keinen positiven Fall einer Ansteckung innerhalb des Landes. Insoweit bin ich sehr froh, das meine Einschätzung von 3-stellig schon mal falsch lag. Damit das so bleibt sind zwischenzeitlich ein paar verschärfte Maßnahmen in Kraft getreten:

  • Jeder, der zwischenzeitlich noch ins Land reingekommen ist, steht unter Quarantäne, die auch recht rigoros von den Polizeibehörden überwacht und sanktioniert wird.
  • Ab Mittwoch 24:00 Uhr werden die Internationalen Flughäfen dann ganz dicht gemacht. Deutsche Touristen in Kenia werden über das Rettungsprogramm der Bundesregierung via Mombasa bis dahin noch ausgeflogen. Zum stolzen Preis von 800 € á Person. Plus ein Ticket von Nairobi nach Mombasa. Dafür dass ich mit Leuten in einer Maschine hocke, die ggf. in den Bettenburgen selbst was ausgefasst haben und um anschliessend im Seuchengebiet anzukommen? Danke, aber: Nein, danke!
  • Bars und Kirchen sind ab sofort geschlossen. D.h. das vergangene Wochenende wurde erstmal ungenutzt verstreichen gelassen. Der Freitag entsprechend noch zum gemeinsamen Bechern und der Sonntag zum kollektiven Ablass genutzt.
  • Die Matatus sind angewiesen social distancing durch freie Plätze sicherzustellen. Und in der Tat waren heute die Nissan-Kleinbusse, die normalerweise 14 Leute (inkl. Fahrer und Schaffner) transportieren durchgängig mit „nur“ 8 Fahrgästen besetzt.

Ich bin zwischenzeitlich erstmal auf der einwanderungsrechtlich sicheren Seite. Seit heute prangt der Verlängerungsstempel für weitere 90 Tage legaler Aufenthalt in meinem Reisepass. Bis zum 1.6. kann ich mir relativ entspannt anschauen, wie sich die Lage sowohl in Kenia als auch Deutschland entwickelt und darauf reagieren. Und noch entspannter, wenn der Flugbetrieb wieder halbwegs auf normal ankommen sollte.

Mit M-PESA bargeldlos in Nairobi zahlen

Zugegeben: nicht vollständig bargeldlos, aber es geht doch schon sehr weit. Im zivilisierten Europa immer wieder mal über die Abschaffung von Bargeld diskutiert. Im „Entwicklungsland“ oder manchmal auch großzügig westlich „Schwellenland“ Kenia ist man da sehr viel weiter. M-PESA macht’s möglich in Nairobi bargeldlos zu zahlen.

Wir sprechen hier nicht über Cashkarten, die deutsche Banken wie Sauerbier anpreisen. Auch nicht über die gängigen Visa oder MasterCard Kreditkarten. Wobei das hier zumeist Debit-, also auf Guthabenbasis geführte, Karten sind. Auch wenn der gute Name in Hotels, größeren Supermärkten oder an Tankstellen akzeptiert ist: Das eigentliche technische Wunder Kenias heisst „M-PESA“ und kommt vom Nummer 1 Mobilfunk Provider Safaricom. Da Safaricom nur einer von vielen Mobilfunkprovidern ist, gibt es natürlich entsprechende Ableger bei anderen TelCos. Und auch einige Banken, denen natürlich etliches an Geschäft an der Nase vorbei geht, unterhalten entsprechende Dienste. Wir beschränken uns mal auf den Quasistandard. Und das ist M-PESA.

Was ist M-PESA?

Das „M“ steht für „mobile“ und „PESA“ ist schlicht das Swahili-Wort für „Geld“. Dieses „mobile Geld“ wird in der Tat auf dem Handy aufbewahrt. Unterstützt ist dabei jedes Gerät, das USSD unterstützt. Vereinfacht gesagt sind das Kurzwahlen, eingeleitet von der „*“-Taste, abgeschlossen mit der „#“-Taste. Unsereiner mag damit mal in Kontakt gekommen sein, als es darum ging die Mobilfunk-Mailbox mit allen möglichen Settings auszustatten. In Kenia ist das sehr viel mehr. Hinter solchen USSD-Codes verbergen sich z.T. sehr komplexe Anwendungen. Sei es für Farmer, die darüber die aktuelle Wettervorhersage oder Aussaatempfehlungen bekommen oder eben auch: M-PESA.

Der Vorteil des Systems liegt auf der Hand: Nicht jeder verfügt über ein Smartphone. Ein einfaches sog. Featurephone ist preislich immer noch günstiger als ein Androidgerät (von iPhones ganz zu schweigen), deutlich robuster und kommt mit einer Akkuladung sehr viel weiter. Ein sehr schwerwiegender Vorteil gerade in ländlicher Umgebung. Strom kommt nicht immer aus dem Netz. Z.T. sind ganze Dörfer (dezentral – jedes Haus für sich) solarbetrieben. Oder die Netzversorgung bricht mal wieder zusammen. Die Abkürzung des heimischen Stromanbieters KPLC – Kenya Power & Lighting Co. – wird oft genug auch spöttisch mit „Kenyans please light candles“ übersetzt.

Zurück zum Geld.

Oder eben eher wie man mit M-PESA in Nairobi bargeldlos zahlen kann. Zunächst: wie kommt Geld auf’s Handy. In den allermeisten Fällen über sog. M-PESA Agents. Die gibt es an so ziemlich jeder Straßenecke. M-PESA Agent zu sein, bietet ein nettes, kleines Zubrot für Kioskbetreiber, Shopinhaber, …. Diese Agents sind alle mit einer eindeutigen 5- oder 6-stelligen Nummer ausgestattet. Mit Bargeld – geht doch nicht ganz ohne am Anfang – und der ID (Personalausweis oder Reisepass) wird das Geld beim Agent eingezahlt, der dieses dann umgehend auf die Mobilfunknummer des Einzahlers sendet. Natürlich unter Einbehaltung von ein paar Shilling Transaktionskosten, die sich Safaricom und der Agent aufteilen. Kleinvieh macht eben auch Mist.

So wie man Geld einzahlen kann, so ist der Agent auch „Bankomat“. Wer vor Ort Geld an die Nummer des Agents gesendet, bekommt man das Geld (wieder unter Abzug von ein paar Gebühren) cash ausgezahlt. Ein bisschen Kleingeld hier und da ist nach wie vor hilfreich. Apropos Bankomat: auch an allen ATM kann man Geld von M-PESA abheben. Entgegen der oben verlinkten Liste mit den Rates nach meiner Erfahrung i.d.R. kostenlos. Möglicherweise zahlt der Betreiber des ATMs, also die Bank diese Gebühr. Soll mir recht sein!

Und wo kann ich das Geld ausgeben?

Wirklich überall! Nicht nur die Agents nehmen die eingehenden Transaktionen gerne entgegen. Der einfachste Fall von Geldtransfer ist von Telefonnummer zu Telefonnummer. Mit ein paar Gebühren versteht sich. Safaricom hat es sehr gut verstanden das System zur Cash-Cow zu entwickeln. Nur die kleinen Transaktionen sind gebührenfrei, was aber in einer Volkswirtschaft, die zu einem großen Teil aus Micro-Businesses besteht ein erheblicher Faktor ist um solches Kleingewerbe am Laufen zu halten.

Sehr viel komfortabler wird es in Geschäften, die regelmässig solche Transaktionen erwarten und daher den Kunden eine sog. Till-No. anbieten. Manchmal umfasst eine solche Nummer ein komplettes Geschäft, manchmal eine Filiale, manchmal nur eine einzelne Registrierkasse im Supermarkt. Egal wie: auf dieser Nummer kommt das Geld an. Mehr noch als mit Kreditkarten werden darüber Tankrechnungen, die Zeche im Café oder Restaurant, der Einkauf im Supermarkt, eigentlich alles bezahlt. Vorteil der Till-No.: die Transaktionen sind zumeist für den Kunden kostenfrei. Die Gebühren übernimmt der Verkäufer. Damit wird dann auch „Lipa na M-PESA“ – zahle mit mobilem Geld – die Bezahlung der Tasse Kaffee interessant.

Damit ihr mal ’ne Idee bekommt wie das aussieht:

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Video-Link: https://youtu.be/Ew1WB-tvGCc

Die nächsten Schritte in Richtung bargeldlos

M-PESA lässt sich natürlich auch mit jedem kenianischen Bankkonto verknüpfen. Damit wird dann Geld direkt vom Konto in das Telefon-Portemonnaie transferiert. Und für die Kenianer in der Diaspora (also außerhalb Kenias), die fleissig Geld an die Zuhause Gebliebenen schicken gibt es ebenfalls Dienste. PayPal ist längst eingestiegen, WorldRemit war mein erster Anlaufpunkt um vom deutschen Bankkonto Geld auf’s Handy zu bekommen. Zwischenzeitlich bin ich bei TransferWise angekommen, das die mit Abstand besten Konditionen bietet.

Nicht nur im wahren Offlineleben lassen sich mit M-PESA Waren und Dienstleistungen erwerben, sondern auch im kenianischen eCommerce gehört die Anbindung zum guten Ton. Entsprechend wenig überraschend gibt es deshalb auch gleich ein paar M-PESA Plugins für WooCommerce.

Gibt es Schwächen im System?

Ja, leider. Wo immer Geld im Spiel ist, gibt es auch welche, die versuchen sich zu bereichern. Ein üblicher Ansatz: jemand gibt mit fingierten SMS vor Geld an mich (fälschlicherweise) transferiert zu haben und hätte das natürlich nun gerne zurück. Klarer Fall von Phishing.

Ein anderer unerwünschter Nebeneffekt: meine Telefonnummer ist durch’s Bezahlen beim Ladenbesitzer bekannt. Was dieser gerne für die nächste Promotion SMS nutzt. Opt-In? Double-Opt-In? Gibt’s nicht. Man darf froh sein, wenn ein Opt-Out angeboten wird. Auch Safaricom selbst bekleckert sich was solche WerbeSMS angeht nicht gerade mit Ruhm. Weniger mit den eigenen Promotionen. Vielmehr nutzt Safaricom die Daten auch für den Weiterverkauf z.B. an Wettanbieter.

Fast zu vernachlässigen: M-PESA hat Limits, die im täglichen Zahlungsverkehr aber kaum eine Rolle spielen. Z.B.

  • mehr als 100.000 KES sind in einem Account nicht vorgesehen.
  • eine Transaktion darf höchstens 70.000 KES betragen
  • oder maximal 140.000 KES pro Tag, wenn es mehrere Transaktionen sind.

Die Zukunft heisst Finanzdienstleister

Safaricom hat bereits einige Produkte rund um und neben M-PESA etabliert oder angekündigt, die das System zu einem vollwertigen Finanzdienstleister werden lassen. Schon heute ist es sehr einfach möglich einen Überziehungskredit namens „Fuliza“ zu bekommen.

Durchaus übliches Szenario: morgens zwischen 4 und 6 wird der Minikredit von der Mama in Anspruch genommen um damit auf dem Obst, Gemüse und Brot für den eigenen Stand oder Kiosk zu kaufen. Nach Tagesabschluß in der Kasse wird der Kredit am Abend zurückgezahlt und die (hoffentlich verbliebene) Differenz ernährt die kleine Familie.

Angekündigt ist auch schon ein Tagesgeldkonto namens „Mali“ welches größere, nicht sofort benötigte Gelder von M-PESA aufnimmt und sogar recht anständig verzinst (angekündigt sind durchaus marktübliche 8 – 10 % p.a.).

Insgesamt ist FinTech eines der heissen Themen im kenianischen Markt. Eigentlich in ganz Afrika. Mobiltelefone sind nahezu universell verfügbar. Die Netzinfrastruktur ist relativ gut entwickelt – auch hier wird gerade die 5G Einführung diskutiert. USSD ist ein extrem niedrigschwelliger Einstieg zum und für den Kunden. Und dazu ein hoher Bedarf an Geld. Inzwischen sind einige Anbieter auf dem Markt, die in Deutschland als Wucherer zum Tempel rausgejagt würden. Z.T. werden abenteuerliche 180 % Zinsen p.a. von solchen „Finanzdienstleistern“ für Mobile Loans verlangt und leider auch gezahlt. Liquidität geht manchmal vor Rentabilität. Vor allem, wenn erstere knapp ist.

Trinksitten in Nairobi

Auf Wunsch eines einzelnen Herren nach „heiss“ auch gerne einmal „kalt“ im Sinne von gut gekühlten Getränken. Oder wie angekündigt: eher etwas allgemeiner über die Trinksitten in Nairobi.

Trinksitten muss man sich in Nairobi leisten können

In der Tat sind die „Sprit“preise im Vergleich zu Deutschland etwas höher. Also nicht die an der Tankstelle für’s Auto. Da kommt man mit ca. 1 €/ltr Super hin. Und auch nicht an der Tankstelle für Alkohol. Den gibt’s dort nämlich gar nicht, sondern nur in lizenzierten Shops. Die meisten davon sind an Supermärkte angeschlossen oder werden von den einschlägigen Supermärkten sogar selbst betrieben. Der Alkoholverkauf ist einigermassen streng reglementiert und die zwar erlaubte Werbung hat regelmässig die Hinweise auf „drink responsibly“, „kein Alkohol an Minderjährige“ und „don’t drink and drive“ zu liefern. Gerade letzteres ist durchaus angebracht, weil oft genug ignoriert. Später mehr dazu.

Bier und Cider

Bier ist in ausreichender Auswahl – lokal und international – zu bekommen. In den meisten Fällen kostet eine Dose oder Flasche 0,5 ltr. einheimisches Bier umgerechnet ca. 1,50 €. Für importierte Marken (Heinecken, Carlsberg, Corona) sind eher rund 200 KES, also 1,80 € üblich. Spezielleres Gebräu auch deutlich über 2 €. In der Region tummeln sich z.B. die Bateleur Brauerei mit Dirty Hairy, Bila Shaka, Honey Badger … schon die Namen sind vielversprechend. Oder die Big Five Brewery – eine kleine Hausbrauerei, die von einem Belgier gegründet wurde. Es gibt sogar deutsches Bier! Oettinger :-o. Mehr sag ich nicht. Der Massenmarkt ist fest in der Hand von EABL – der East Africa Brewing Ltd, die auch Lizenzprodukte z.B. von Guiness braut und vertreibt. Als Alternative zum Bier finden sich auch reichlich Ciders im Angebot. Die ehemalige britische Kolonialmacht hat auch hier Spuren hinterlassen.

Trinksitten aus Nairobi - Ein paar lokale Biersorten (und Cider), die ihren Weg zum WCEU Berlin fanden
Ein paar Mitbringsel zum WCEU in Berlin

Wein und Sekt

Ebenso wie Bier wird auch Wein in den Liquer Stores angeboten. Das überwiegende Angebot kommt – man ahnt es – aus Südafrika. COMESA macht’s möglich. Aber auch Frankreich, Italien und Chile sind sehr gut vertreten. Ein guter Tischwein (in der Flasche) fängt bei ca. 1000 KES an, üblich sind 1200 – 2500 KES. Die Preise und Qualitäten der reichlich vorhandenen Tetrapaks habe ich mir nicht angeschaut ;-). Auch Sekt liegt in etwa in der Preisregion und beim importierten Champagner sollte man schon ein sehr ordentlichen Anlass zum Feiern haben. Deutschen Moselwein (aus der Gegend um Perl) habe ich lediglich in einem einzigen Spezialshop in der New Muthaiga Mall entdecken können. Die Preise dafür liegen bei 20 – 35 € pro Flasche. Aber da gibt’s auch eine deutsche Bäckerei und offensichtlich auch das passende Publikum in der Nachbarschaft das bereit ist einen Heimweh-Aufschlag zu zahlen. Anders als beim Bier ist das lokale Angebot sehr überschaubar, lediglich Leleswa aus dem Rift Valley findet sich i.d.R. im Regal.

Spirituosen

Bei den Hochprozentern finden sich i.d.R. die bekannten Marken: Captain Morgan, Glenfiddich, Remy Martin, Southern Comfort, Baileys, Absolut Wodka, etc. etc. Namen sind gerade in der Abteilung äußerst wichtig (siehe weiter unten). Da sich mein Schnapskonsum auf einen gelegentlichen Aperitif oder Digestif beschränkt, brauchte es etwas Zeit um fündig zu werden. Immerhin ein Williams (für umgerechnet fast 30 €) und ein lokaler Bitter (Orijin) sind nun in meiner Hausbar zu finden. Beides nicht überall in den Liquer Stores zu finden. Mit den nächsten Ersparnissen sind dann Pernot und Martini auf der Beschaffungsliste. Unvermeidlicher Beitrag der deutschen Spirituosenkultur auch in Nairobi: Hörnerwiskey, also Jägermeister.

Trink“kultur“ und Trinksitten in Nairobi

Gerade Freitags nach Feierabend beginnend, ist es durchaus üblich das Wochenende mit Freunden und Kollegen in einer Nyama Choma Bar zu starten. Nyama Choma ist nichts anders als gegrilltes Fleisch in allen Variationen und dazu gehört natürlich auch das ein oder andere Getränk. Und hier fängt der Unterschied schon an: Bei uns wäre es absolut üblich, das in einer Gruppe der erste anfängt eine Runde Bier oder Wein zu ordern und reihum würde ein jeder sein Schärflein beitragen. Ich habe das höchst selten in Nairobi gesehen und wenn dann eher unter Expats, nicht unter Locals.

Vielmehr ordert hier jeder sein eigenes Getränk und das ist oft genug gleich Hochprozentiges. Absolut Uzuo Usus ist es eine Flasche Rum, Wiskey, Brandy, Wodka oder Gin vor sich zu haben. Für den Eigenverzehr. Ggf. noch irgendwas zum Verlängern wie Limo, Cola oder einfach nur Wasser oder auch einfach nur ein paar Eiswürfel. Ein Teil der Kultur ist dabei: „show off“ oder übersetzt: „hast Du was, bist Du was“. „Mein Label ist teurer als Deins“ ist ein oft anzutreffendes Spiel und geht so gar nicht mit meiner gelernten und gelebten Kultur überein. Das zieht sich übrigens durch bis hin zur Einladung bei einer privaten Feier. So erlebt beim Baby-Bestaunen meines Fast-Schwagers. Jeder bringt sich seine eigene Flasche Schnaps mit, für den Notfall (und unvorbereitete und unerfahrene Muzungus wie mich) gibt’s ein paar Dosen Bier und einen Tetra-Karton Wein. Nur die Softdrinks zum Verlängern gehen auf’s Haus. Ein echter Kulturschock.

Show Off Deluxe

Die Steigerungsform davon: ich zeig Euch was ich kann und ordere für jeden (s)eine Flasche. Oder die Mega-Flasche mit 3 oder 5 ltr. Inhalt. Und wenn’s auch noch ein paar „Chicks“ zu beeindrucken gilt – umso lieber. Bei solchen Wochenend-Gelagen können schon mal gut und gerne 400 bis 500 € draufgehen. Das setzt einerseits ein recht stabiles Einkommen und z.T. leider auch eine leidensfähige Familie voraus. Gerade nach Zahltagen soll es häufiger vorkommen, das z.B. die Schulgebühren der Kinder eher in die ein oder anderen Flasche investiert werden. Wo kriegt man schliesslich mehr Prozente für sein Geld?

Nachdem ein jeder seine Flasche intus hat, geht’s dann – allen Warnungen zum Trotz – mit dem eigenen Auto Richtung Heimat. Gerade an den Abenden am Wochenende sind die Polizeikontrollen mit Straßensperren in der Nähe von „Waterholes“ etwas häufiger anzutreffen. Aus wirklich gutem Grund. Das Schlimme daran: Es geht weniger darum Trunkenbolde aus dem Verkehr zu ziehen, als den ein oder anderen Shilling extra zu verdienen. Polizisten in Nairobi sind schlecht bezahlt und bei der Rechtsauslegung höchst empfänglich für bare Argumente. Ein bisschen hatte ich den Unterschied schon im Vergleich zu Tansania angedeutet.

Fazit für mich

Ich trinke gerne mal ein Fläschen Bier oder ein Glas Wein. Auch gerne ab und an und in guter Gesellschaft auch etwas mehr davon. Und Schnaps ist für mich eher in der Abteilung Medizin oder gehobener Genuss zu Hause. Mein eh schon nicht übermässiger Alkoholkonsum ist in Nairobi nochmal deutlich nach unten gegangen. Ja, mir geht’s dabei sehr gut.

10 € und mehr für einen Secherpack Bier oder eine Flasche Wein wollen wohl überlegt sein. Angebote – wie z.B. jüngst für Tuborg Bier zu 130 KES oder Frontera Weine aus Chile zu 850 KES die Flasche – nehme ich da gerne mit um das Depot mal aufzustocken. Das ist zwar immer noch nicht wirklich billig, aber hilft das Gewissen etwas zu beruhigen. Die noch nicht migrierte Hausbar mit serbischem Pflaumen-Brandy, französischem Calvados und italienischem Grappa ist hier einerseits undenkbar weil nicht auf dem Radar. Und anderseits auch wohl auch unbezahlbar, gäbe es das entsprechende Angebot.


Kleines Update: wenn Alkohol schon teuer (wertvoll, kostbar,… ) ist, dann gebührt ihm auch ein entsprechender Platz im Haus. Seit Freitag dafür vorhanden:

Barschrank. Trinkeraltar
Barschrank. Oder auch Trinkeraltar.

Nach unseren Vorgaben vom Schreiner des Vertrauens in Mahagoni (Corpus und Blenden) gefertigt.

Arbeiten in Nairobi

Ich bin ja nicht zum Spaß hier. Nach wie vor hab ich dafür zu sorgen, dass bei mir der Schornstein raucht. Also: was gibt’s zum Arbeiten in Nairobi alles zu erzählen?

Fangen wir mal mit den trivialen Sachen an: Wo findet sich ein hübsches Plätzchen zum Arbeiten? Wie so oft kommen auch in der Großstadt Nairobi die CoWorkings in Spiel. Im Rahmen von Veranstaltungen hatte ich die Chance ein paar kennenzulernen:

Arbeiten in Nairobi ’s Coworkings

  • Nairobi Garage, Ngong Road
    Schon der Contributor Day des WordCamp Nairobi 2018 fand hier statt und bislang war die Nairobi Garage auch der Treffpunkt für das Meetup. Nachdem Organisator Manuh aber dort kein Büro mehr unterhält sollen nun für ein Meetup 15.000 KES (ca. 140 €) für 2 h Raummiete anfallen. Auch sonst, bietet die Garage nicht gerade das beste Preis-Leistungsverhältnis. Aber wer mal „zur Orientierung“ einen Tag rein schnuppern möchte wird nicht abgewiesen.
  • Metta, Dursit D2
    Ja, das Dursit D2, wo letztes Jahr Januar Al Shabaab Terror und Schrecken verbreitete. Das Metta ist relativ klein, relativ teuer und eigentlich in meiner Einschätzung mehr ein Veranstaltungsort als ein CoWorking. Aber wenn man ein paar Stunden vor der Veranstaltung da ist, kann man auch dort in Ruhe seiner Dinge nachgehen.
  • iHub, Lenana Road
    Hier habe ich mal den Fehler begangen das über coworker.com zu buchen. Was einem niemand sagt: nur weil dort CoWorking Spaces gelistet sind, heisst das noch lange nicht, dass die auch mit der Plattform zusammenarbeiten. Immerhin wurde meine Zahlung anstandslos rückerstattet. Für 1.200 KES (ca. 10 €), die ich dann vor Ort gezahlt habe, liess sich an dem Tag aber sehr entspannt arbeiten. Obwohl ich schon recht früh (zur angegebenen Öffnungszeit) vor Ort war und niemanden vom Management (lediglich ein paar Coworker) antraf, war die Begrüßung und das Onboarding sehr gut und herzlich.
  • WorkStyle Africa, The Address
    Das Gebäude am Muthangari Drive/Wayaki Way heisst wirklich so. Sehr großzügig, sehr modern mit einer tollen Aussicht. Als Coworking Space habe ich es bislang nicht genutzt (ehrlich gesagt warte ich bis heute auf Preisinfos), aber der Workshop der CMS Africa Academy, den ich dort mitveranstalten durfte hat durchaus Lust auf mehr gemacht.
Arbeiten in Nairobi Coworking WorkStyle Africa am Wayaki Way
WorkStyle Africa, wörtlich eine der Adressen …
Arbeiten in Nairobi Coworking WorkStyle Africa am Wayaki Way mit viel Aussicht auf die Stadt
… auf jeden Fall eine mit einer der besten Aussichten
  • KaziZone, Ciata Mall
    Bei uns sozusagen vor der Haustür etwas südlich auf der Kiambu Road gelegen. Vielmehr als eine Anfrage ist bislang noch nicht aus der Idee geworden, dort mal aufzutauchen. Warum? Kommt gleich …

Wie schon erwähnt: coworker.com gibt einen recht guten Überblick über die Möglichkeiten zum Arbeiten in Nairobi. Und zumindest eine grobe Orientierung in Sachen Preise. Im Zweifel aber lieber die einzelnen Spaces direkt kontaktieren und die Raten erfragen.

Cafés und Restaurants in denen man in Nairobi arbeiten kann

Für die mindestens 1.000 KES eines Shared Desk gibt es durchaus eine Menge Alternativen in Form von Cafés. Die beiden größten Ketten, die sich über arbeitende Bevölkerung freuen sind Java und ArtCaffé.

  • Java unterhält in Nairobi gefühlt an jeder Straßenecke eine Filiale. Alle verfügen über ein (zumeist) gutes, stabiles, kostenloses WiFi, der Kaffee ist hervorragend und preiswert. Für 250 KES pro Kaffee gibt es kaum ein besseres temporäres Büro. Nicht alle Plätze (vor allem die unter freiem Himmel) sind mit Steckdosen ausgestattet. Auf Nachfrage beim Service wird einem der nächste freie Platz mit Strom aber gleich zugewiesen. Eines ist ebenfalls in der Ciata Mall zu finden und damit der mächtigste Konkurrent zum o.g. KaziZone Coworking
Arbeiten in Nairobi im Java Coffeehouse - hier Ciata Mall
Java Coffee House – eine der großen Ketten. Hier die Filiale in der Ciata Mall
  • ArtCaffé ist etwas weniger häufig anzutreffen, aber eine gute Alternative falls mal kein Java in der Nähe sein sollte. Preis/Leistung auf gleichem Niveau.
  • Alexandré – mein absoluter Lieblingsort. Zwar nur in Yaya Center und in Village Market zu finden, dafür aber mit den besten Backwaren weit und breit. Die Madeleines alleine sind zum Niederknien.
  • Sapee – ebenfalls u.a. in der Ciata Mall (aber auch in Lavington Mall) zu finden. Wenn’s Abwechslung von Java braucht und die Wege kurz sein sollen, die erste Wahl. Vorallem für die After-Work-Happy-Hour-Casual-Friday-End-of-Month-und-sonstwas „Party“.

Wer über den Kaffee hinaus sich mit fester Nahrung versorgen mag: inbesondere bei den ersten beiden ist die Auswahl groß. Von kleinen Snacks wie Samosas bis zu kompletten, aufwändigen Gerichten ist alles dabei. Bei Alexandré sind die Sandwiches und die Quiches sehr empfehlenswert. Wichtig: in allen Restaurants findet sich immer eine sehr große Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten. Üblicherweise auf der Karte auch als solche gekennzeichnet.

Wenn ich mal Tapetenwechsel brauche, dann sind die o.g. Cafés meine erste Wahl um in Nairobi zu Arbeiten.

Home Office

Eigener Herd, … usw. usf. In unserem „Two Bedroom“ Appartement war bislang ein Zimmer mehr oder minder ungenutzt. So ergab es sich, dass wir daraus ein echtes Büro gemacht haben. IKEA gibt’s (erfreulicherweise) nicht, aber jede Menge sehr gute Schreiner. Die modernen Möbel von Dolphin Furniture (bislang nur über Twitter beworben) hatten es uns angetan. Nach einer Vorstellung unserer Ideen für Schreibtische und Regal wurde uns beides innerhalb einer Woche passend gefertig. Passend wirklich im Sinne des Wortes, weil das Regal exakt in eine Nische passt und Fächer für A4 Ordner mitbringt.

Unser Home Office – maßgeschneidert für kleines Geld

Für die drei Möbelstücke haben wir insgesamt 26.000 KES (ca. 235 €) ausgegeben. Nachdem wir feststellten, dass die Farbe zu kleben anfing, wurden alle Teile kostenfrei für uns vor Ort nachlackiert. Kenianer sind da äußerst erfinderisch, wenn es darum geht für handwerkliche Arbeiten einen Platz zu schaffen. Die Nachlackierung fand vor dem Grundstück mitten auf der Straße statt. Alles in allem – auch wegen des sehr guten Kundenservice – ein wirklich guter Deal. Echte Bürostühle stehen schon auf Abruf und sind das nächste Upgrade, bis dahin sind zwei Mahagonistühle vom Esstisch dafür abkommandiert.

Workpermit

Kommen wir zum etwas komplizierteren Teil. Wer darf hier eigentlich in Nairobi arbeiten? Sagen wir mal so: ich eigentlich (noch) nicht. Aktuell bin ich immer noch mit Touristenvisum, welches 90 Tage gilt, unterwegs. Einmalig kann es um weitere maximal 90 Tage verlängert werden. Was dazu führt, dass ich ab und an mal einen Sprung über die Grenze machen muss. Um neue 90 Tage zu bekommen.

Da ich nicht als Angestellter irgendwo arbeite kommt für mich das normale Arbeitsvisum nicht in Frage. Die mit Sicherheit die einfachste Variante und gängige Praxis bei Expatriats, die hier vor Ort für Konzerne oder NGOs sind. Wer niemand anderem, „local“ einen Arbeitsplatz wegnimmt ist grundsätzlich willkommen.

Für mich als Freiberufler greifen die Regeln als Investor. Sprich: ich werde irgendwann mal $ 100.000 auf den Tisch des Herrn legen müssen, um mein Workpermit zu bekommen. Und damit verbunden den „permanent resident“ Status. Sagen wir mal so: $ 100.000 oder 10 Mio. KES sind eine Menge Holz für einen Freiberufler – ich wüsste spontan nicht, in was ich das alles investieren sollte. Umgekehrt: wer wirklich ernsthaft investieren will, kommt mit $ 100.000 nicht sehr weit. Dafür gibt’s gerade mal ein 3 Zimmer Appartement zu kaufen, das als Büro zweckentfremdet werden könnte. Aber was hilft’s über Sinn und Unsinn von Einwanderungsregeln zu debattieren. Schon gar nicht mit einem deutschen Erfahrungshintergrund. Wir haben da selbst mehr als genug zu tun.

RSS ist tod – lang lebe RSS!

Kaum sind 4 Wochen der Blogchallenge #Projekt26 vergangen, stoße ich an meine Grenzen. Nein, nicht beim Schreiben, wie ihr leicht feststellen könnt. Beim Verarbeiten all der vielen guten Beiträge, die anderswo auf mich einprasseln. D.h. eigentlich eher nicht, weil ich kaum nachkomme den div. Tweets zu folgen, bei Torstens Gist-Eintrag nachzuverfolgen, wer wann wo was, … Dabei ist die Lösung völlig naheliegend, einfach umzusetzen und bei mir eigentlich seit Jahren im Einsatz 🙄. Wieso habe ich eigentlich nicht schon früher mal die RSS Einträge erzeugt und bei mir in den Feed-Reader eingespielt. Aber der Reihe nach.

Was ist den RSS überhaupt?

RSS ist ursprünglich die Abkürzung für „Rich Site Summary“ und übersetzt sich seit v2.0 in das Backromym „Really Simple Syndication“. Es bezeichnet ein standardiertes XML-Austauschformat und ist einem Nachrichten-Ticker vergleichbar. Sprich: alle neuen Beiträge, die über einen solchen RSS-Feed bereitgestellt werden, können in einem entsprechenden Reader aufbereitet und lesbar gemacht werden. Und das nahezu in Echtzeit.

WordPress kann das?

Ja und ob! WordPress liefert ab Werk gleich mehrere Feeds aus. Und das schon seit Version 0.71 – also eigentlich schon immer. Sowohl in Sachen Format – wie üblich gibt’s auch da verschiedene „Geschmacksrichtungen“, also RDF, RSS2, Atom, … – als auch in Sachen Inhalt. Standard ist ein gesammelter Feed mit allen Beiträgen: site.tld/feed. Auch die Kommentare können über Feeds mitgelesen werden: site.tld/comments/feed. Und – gerade für das #Projekt26 interessant: auch für die Taxonomien existieren eigene Feeds. Also: Wenn es für #Projekt26 ein passendes Schlagwort (tag) oder eine entsprechende Kategorie (categorie) gibt, dann können diese auch als Feed abgegriffen werden: site.tld/categorie/projekt26/feed, bzw. site.tld/tag/projekt26/feed. Das auch Autoren, Suchen, einzelne Post ihren Feed mitbringen sei mal nur am Rande erwähnt, weil’s im vorliegenden Fall nicht von Belang ist. Aber die Möglichkeiten werden, denke ich, ganz gut sichtbar.

WordPress kann sogar noch mehr. Mit passenden Plugins erweitert besteht die Chance eine WP Installation auch als RSS-Reader zu betreiben. Mein Favorit dafür ist FeedWordPress welches bereits ab Werk reichlich Möglichkeiten für den Bezug von RSS-Feed bietet und über Erweiterungen aus GitHub dem WP-Repo und GitHub noch feingetuned werden kann. Vereinfacht gesagt liest das Plugin die angegebenen RSS-Feeds aus und wandelt sie in Beiträge um. Unter Beachtung von Copyrights (!) lässt sich damit recht einfach eine massgeschneiderte „Zeitung“ aufbauen.

Darf’s etwas mehr sein?

Ich für meinen Teil betreibe eine zentrale Instanz unter einem spezialisierten RSS-Feed-Reader, konkret mit Fever. Sehr zu meinem Leidwesen hat der Autor Shawn Inman das Projekt eingestellt. Dabei weiss ich zuverlässig, das z.B. Frank Bueltge das Projekt mit Kusshand übernehmen und maintainen würde. Gerade dieses tote Projekt ist sowohl hierfür

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://twitter.com/stkjj/status/1171729213105332225

als auch hierfür zuständig:

If you can't fork it, knife it - (auch) eine Anspielung auf den toten RSS Server Fever

Früher war mal sowas wie Google Reader für eine solche zentrale Instanz zuständig. Zum einen hat aber auch Google sein Projekt zugemacht und zum anderen war ein solcher Service von Google nie meine erste Wahl. Ich bin halt der On-Prem-Onkel, der alles bei sich auf der Maschine haben will.

Wer sich heute einen eigenen RSS-Server aufbauen will, sollte sich einmal Tiny Tiny RSS oder Fresh RSS anschauen. Tiny Tiny RSS war für mich genau das – zu klein, nicht ausreichend im Funktionsumfang und an der Installation von Fresh RSS bin ich erstmal gescheitert, weil ich keinen echten Root-Server betreibe. Aber das lässt sich sicher passend patchen um das auch auf einem Uberspace ans Laufen zu bekommen. Sachdienliche Hinweise dazu bitte in die Kommentare!

Warum einen eigenen RSS Feed Server?

Vorteil dieser zentralen RSS-Instanz: ich abonniere meine Inhalte dort und verteile sie von da aus auf meine diversen Devices. Damit vermeide ich, gelesene Dinge doppelt präsentiert zu bekommen und habe eine zentrale Verwaltung meiner Bookmarks auf interessante Artikel. Die Weboberfläche von Fever ist an sich schon ganz brauchbar, aber sowohl auf dem Mac als auch auf iOS nutze ich „Reeder“ zur Darstellung der Beiträge.

Screenshot vom Reeder RSS Feed Reader der seine Inhalte von meiner Fever RSS Server Instanz bezieht.
Reeder RSS Feed Reader der seine Inhalte von meiner Fever RSS-Server Instanz bezieht.

Hintergrund dafür: nicht alle Feeds werden Volltext ausgeliefert. Siehe oben unter Copyright – da hält sich leider nicht jeder dran. Oder auch um nur einen Teaser zu präsentieren und den Besuch auf der eigenen Seite sicherzustellen (weil da die Werbebanner laufen und für Einnahmen sorgen). Für den Fall kann man mit Reeder leicht in den Browsermodus umschalten und aus den Schnipseln im RSS Feed werden komplette Beiträge in der Browseransicht. Sehr komfortabel.

Na, angefixt?

Bitte, gern geschehen. Wer jetzt – und sei es in einem „einfachen“ Feed-Reader – das Projekt26 per RSS verfolgen mag, … ich hab da mal was vorbereitet:

https://gist.github.com/stkjj/f4b04bf8917c0f03461880c3908d00df

Über den Link bekommt ihr eine .opml Datei – das ist ebenfalls „nur“ XML – mit allen (mir bekannten) Feeds von Webseiten, die am #Projekt26 teilnehmen. Ergänzungen selbstverständlich herzlich willkommen. Da die allermeisten von Euch die Beiträge auch ordentlich taggen (ja, ich weiss, ich hab’s bei meinen beiden letzten vergessen – ist gefixt!), sind die Feeds, soweit möglich, auch „nur“ auf die #Projekt26 Beiträge begrenzt. Bei einigen anderen habe ich es auf die WordPress Kategorie eingeschränkt. Und von wiederum einigen anderen bekommt ihr den Feed der kompletten Webseite. Auch wenn da ggf. Katzencontent dabei sein sollte 😆. Daher gerne die Bitte an alle: erhöht die Qualität eurer Feeds durch passendes Tagging!

So jetzt noch der Nairobi Aspekt

Ein bisschen muss ich mir dann doch treu bleiben. RSS Feeds sind erstmal purer Text. Klar lassen sich auch Bilder, Videos und – gerne dafür genommen – Podcasts darüber ausspielen, aber auf jeden Fall ist das im vorliegenden Fall deutlich datensparsamer als die gleiche Anzahl an Webseiten im Browser rüberzunudeln. Und weil hier das Internet auch schon mal ’ne Ecke langsamer ist oder die Menge Internet wie bei uns als Flatrate sondern in Bündeln verkauft wird* zählt da auch schon mal das ein oder andere eingesparte Byte.

*Aktuell hänge ich an einer 4G Verbindung, die etwas im Randbereich des Providers liegt. Die Geschwindigkeit kommt daher i.d.R. kaum über 5 Mbps raus und 120 MB/mtl. – mit denen wir zu zweit + TV gerade so hinkommen – kosten ca. 35 €. Änderung ist aber in Sicht. Für vergleichbares Geld kommt demnächst ein „HomeFiber“ Anschluß her, der dann unlimited 10 Mbps bringen soll.

Ist das nicht zu heiss in Nairobi?

Die häufigste Frage, die ich seit ich zu hören bekomme, seit ich in etlichen persönlichen Gesprächen über meine neue Heimat berichte: „Ist das nicht zu heiss in Nairobi?“ Und das sehr oft im doppelten Sinne des Wortes: Wetter und Sicherheit in Nairobi. Aber der Reihe nach.

Das Wetter in Nairobi

Kenia liegt in Ostafrika (also 1 Stunde voraus bei deutscher Sommerzeit, + 2 Stunden im Vergleich zu MEZ) auf Höhe des Äquators. Genauer gesagt: das untere Drittel ist auf der Südhalbkugel, der große Rest im Norden. Bedingt durch die koloniale Historie des Eisenbahnbaus ist aber genau das untere Drittel mit Nairobi in der Mitte, Mombasa an der Küste und Kisimu im Westen am Ukerewe See der wirtschaftlich vitale Teil Kenias. Sprich: das, was die meisten außerhalb Kenias als Kenia wahrnehmen. Wem Ukerewe nichts sagt: bekannter ist der See als „Lake Victoria“, aber ehrlich: der war schon lange vor Queen Victoria da und „entdeckt“. Halten wir fest: Nairobi hat also schon mal die umgekehrten Jahreszeiten wie wir es in Deutschland gewöhnt sind.

Dazu kommen die unterschiedlichen Klimazonen. Mombasa liegt direkt am Meer, Nairobi auf ca. 1700 m Höhe über NN! Wer also schon mal den üblichen Kenia Pauschalurlaub am Meer gebucht hat, wird auf ein komplett anderes Klima treffen als wir hier im Hochland. Das was man hier als „Frühjahr“ (Oktober bis November) und „Herbst“ (April bis Juni) bezeichnen könnte, ist die Regenzeit.

Regen ist hier etwas anders als bei uns

Was – vorallem in den Abendstunden und Nachts – dann in Sachen Regen passiert ist schon sehens- wert und (dank Blechdach) auch hörenswert. Irgendwer da oben scheint einen On/Off-Switch für’s Wasser zu besitzen. Von jetzt auf gleich – ohne jegliche Vorwarnung gießt es. Also nicht so giessen nach unseren europäischen Massstäben. Eher so als wenn man einen mittelgroßen See durch ein Nudelsieb kippt. Und eben so abrupt wie der Regen startet, so fix endet er auch wieder.

Egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter: Ein paar kräftige Wolken finden sich eigentlich immer am Himmel, den wirklich prallen Sonnenschein gibt es höchst selten, was das Leben hier recht angenehm macht. Aber durchaus auch tückisch in Sachen Sonnenbrand. Der nahezu senkrechte Sonnenstand gibt recht ordentliche UV Werte und insbesondere im Sommer ist auch bei milden 27 °C Sonnencreme dringend empfohlen.

Über den jahreszeitlichen Verlauf sind die Temparaturschwankungen einigermassen übersichtlich. Auch im „dicksten Winter“ habe ich keine einstelligen Plusgrade hier finden können. Die üblichen 15 – 17 °C sind für unsereinen vorsommerlich. Bei den Einheimischen führt das zu Fröstel-Attacken die mit Jacken und Heizstrahlern auf den Terrassen der Bars und Restaurants bekämpft wird.

Heizstrahler auf einer Terrasse bei 19 °C Außentemperatur. Das Wetter in Nairobi ist relativ.
Bei für unsereinen angenehmen 19 °C am Abend gehen auf Nairobis Terrassen die Heizpilze an.

Selbst an heissen Tagen steigt das Thermometer kaum über die 30 °C Marke in Nairobi. Wie gesagt: Küste ist ein komplett anderes Thema. Ein Wochenend-Trip nach Watamu Beach in der Nähe Malindis im November war eine durchaus schweisstreibende Angelegenheit, bedingt sowohl durch höhere Temperaturen als auch einer deutlich höheren Luftfeuchtigkeit. Soviel zum Wetter in Nairobi. Und was ist mit Klima?

Klimawandel in Kenia

Während Australien brennt ging das Löschwasser über Kenia nieder. Der meteorologische Dienst Kenias gab Anfang/Mitte Januar Warnungen über ungewöhnlich hohe Niederschlagsmengen durch. In der Tat: der eigentliche Hochsommermonat Januar ist schon jetzt viel, viel zu nass. Die beschriebenen heftigen Regengüsse, die üblicherweise nach dem November enden, haben sich über den Dezember bis Januar hingezogen. Entsprechend leidet die eh nicht immer komfortable Infrastruktur des Landes darunter. Neben Murenabgängen (mit Toten und Verletzten) in einigen ländlichen Gebieten sind einige unbefestigte Strassen Nairobis schon eher Bachbett ähnlich. Unsere Zubringerstrasse trägt den vollmundigen Namen „Thindigua Highway“ ist aber lediglich ein üblicherweise ordentlich verdichteter zweispuriger Feldweg, der Kiambu Road und Northern Bypass verbindet. Aktuell sind die Pfützen, die sich aneinander reihen, mindestens knöcheltief ausgefahren. Die nötigen Verschränkungen, die es braucht um nicht dauernd aufzusitzen, lassen die Karosserie unseres Peugeots selbst im Schritttempo mächtig knarzen.

Kommen wir vom Wetter zur Sicherheit in Nairobi.

Wie „heiß“ ist das Pflaster in Nairobi? Den Spitznamen, den sich Nairobi in den 1990er Jahren als „Nairobbery“ erarbeitet hatte, würde ich heute so nicht mehr unterschreiben. Natürlich gibt es – vor allem in der Nacht – NoGo-Areas in die sich mal Einheimische, geschweige denn Mzungus vor wagen. Aber diese NoGo-Areas gibt es in New York oder sogar Berlin auch. Das es Kriminalität gibt ist nicht zu bestreiten. Taschendiebstahl, Entführung, Vergewaltigung und Mord – alles dabei und sicher auch in handelsüblichen Mengen.

Aber zum einen wurde ich in all der Zeit in Nairobi noch nie zum Opfer (toi-toi-toi). Zum anderen – ohne gleich in Paranoia zu verfallen: es gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen.

  • Geld und Handy dicht am Körper behalten
  • keinen auffälligen Schmuck oder die extra-flashy Uhr tragen
  • die nötige Privatsphäre beim Geldumtausch oder bei der Automatenabhebung sicherstellen
  • Meiden von Menschenmassen und potentiellen Angriffszielen – oder wie’s auch gerne hier heisst: „mach einen Bogen um die Amis“
  • Auto auch während der Fahrt verschliessen und in einigen exponierten Ecken auch die Fenster geschlossen halten
  • Keine Wertgegenstände im Auto zurücklassen – gerüchtehalber soll es Detektoren für Laptops in Autos geben – weiss da jemand was?

Überhaupt gehört ein Auto zur persönlichen Sicherheitsausstattung eines Expats. Der öffentliche Personennahverkehr in Nairobi und warum man ihn nicht nutzen mag ist mal eine eigene Story wert.

Aber was ist mit Terror?

Richtig ist, dass Kenia – inbesondere die an Somalia angrenzten Nordprovinzen – auch mal von Al-Shabaab Milizen überfallen wird. Kenia ist militärisch bei der Befriedung des als „failed state“ einsortierten Somalia engagiert. Sehr zum Unwillen von radikalen Islamisten im Süden Somalias, die dort streng nach der Schari’a leben. In drei Fällen wurde Al-Shabaab auch in Nairobi aktiv:

  • 2013 beim Anschlag auf die Westgate Shopping Mall mit mindestens 67 Toten und mehr als 100 Verletzten (offizielle Zahlen, die oft genug als zu niedrig bezeichnet werden)
  • 2014 ein Handgranaten Anschlag im Stadteil Eastleigh (wo viele Somalis leben) mit 6 Toten
  • 2019 der Anschlag auf den Dursit D2 Komplex – Hotel, Restaurants und Büros – bei dem mindestens 21 Menschen ums Leben kamen (auch zu der Zahl gibt es reichlich Debatten)

Wenn man dann noch den Anschlag 1998 auf die US-Botschaft dazu rechnet, dann ist das sicher etwas mehr als Berlin, aber durchaus vergleichbar mit London oder Paris. Dennoch halte ich die Wahrscheinlichkeit in einer so großen Stadt zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein für sehr überschaubar. Oder wer in Spandau, Köpenick oder gar Potsdam hat im Dezember 2016 was vom Breitscheidplatz direkt mitbekommen?

Vermeintliche Sicherheit

Ein Versuch „Sicherheit zu produzieren“ ist auch an jeder Grundstückseinfahrt und an jedem Hauseingang zu finden: Es ist absolut üblich, dass die mit Mauern und Stacheldraht umstandenen Grundstücke mit einer Wache am Tor besetzt sind. Wir sprechen nicht von Kasernen. Das ist an jedem einzelnen Grundstück so. Egal ob Einfamilienhaus (dort oft auch als gated community im Zusammenschluß mehrerer), Appartementblock, Bürogebäude, Behörde oder Einkaufszentrum: überall findet sich Wachpersonal. Sofern der Publikumsverkehr etwas erhöht ist, mit Durchleuchtung des Autos, Personenkontrolle und div. Eintragungen in dicke Bücher, wer wann, wo reingegangen ist.

Datenschutzrechtlich dürfte davon in nächster Zeit aufgrund des neuen Kenya Data Protection Act sicherlich das ein oder andere kassiert werden. Aber auch abgesehen davon ist das allermeiste wirklich „Foo“. Die Wachen gehören zu den schlechtbezahltesten Arbeitnehmern und dürften im Falle eines Angriffs wie 2013 und 2019 die ersten sein, die die Füße in die Hand nehmen. Und die Kontrollen sind i.d.R. eher oberflächlicher Natur. Sofern die Jungs und Mädels am Eingang keine Ausbildung zum Sprengstoffhund haben, ist mit „Autotür auf, einmal drübergucken“ sicher nichts zu finden.

Kurz gesagt: nach meinen persönlichen Maßstäben ist Sicherheit in Nairobi in ausreichendem Masse gegeben.

Tansania – vielleicht das bessere Kenia?

Hmm, Nairobi Notes und dann erstmal einen Artikel über Tansania? Ja, ja … schon gut! Aber ein paar frische Eindrücke von dem Kurztrip nach Tansania – vielleicht das bessere Kenia – wollen festgehalten werden.

Panorama der Gegend um Arusha, Tansania - dem vielleicht besseren Kenia. Links der Mt. Meru, rechts der Mt. Kilimanjaro. Leider von Wolken weitgehend verdeckt
Panorama: links Mt. Meru, rechts (hinter den Wolken) Mt. Kilimanjaro

Die Idee war Silvester und Neujahr am Fuß des Kilimanjaro zu verbringen. Zum einen, weil der Name alleine schon faszinierend ist. Zum anderen, weil sich schon der andere olle Lebemann namens Hemingway sich da rumgetrieben hat. Und auch – Psst! Nicht petzen! – weil mein bereits verlängertes Visum am 4. Januar 2020 ausgelaufen wäre. Der Sprung hinter die Grenze qualifiziert damit für neue 90 Tage bei der Einreise. Hintergrund: meine „Permanent Residency“ hängt immer noch in der Luft. Vielleicht in einem anderen Post mal mehr dazu …

Kenia und Tansania pflegen nicht immer das beste Verhältnis zueinander. Den Kenianern gelten die südlichen Nachbar als „lazy“. Für die Tansanier sind die Kenianer „savages“. So heisst es zumindest. Sagen wir mal so: in der Tat ticken die Uhren in Tansania gefühlt etwas gemütlicher und die Menschen pflegen einen relaxteren und freundlicheren Umgang miteinander. Zu den kenianischen Unsitten (vorallem im Strassenverkehr) gibt’s auch gerne nochmal separat Post-Nachschlag.

Die Reise von Nairobi nach Arusha ist keine wirkliche Herausforderung und kann bequem mit jedem PKW absolviert werden. Oder – zumindest habe ich mir das geschworen – beim nächsten Mal mit dem Motorrad. Über den Mombasa Highway geht’s bis Athi River. Dort einmal rechts abbiegen auf die A104 zur Grenze nach Namanga. Von dort weiter nach Arusha. In unserem Fall noch ein paar Kilometer hinten dran Richtung Moshi. Unser Hotel „Kilimanjaro Eco Lodge“ liegt einigermassen in der Mitte am Fuß des Mount Meru.

Lernt das vereinte Europa wieder schätzen!

Allen Nationalisten in Europa sein ein Road-Trip durch Afrika empfohlen. Der Grenzübertritt grundsätzlich ist nicht sehr schwierig. Kenianer reisen Visum-frei, ich als Mitteleuropäer bekomme eines Online vorab für ein paar Dollar ausgestellt. Aber das Prozedere an der Grenze ist für uns ein Film aus längst vergangenen Zeiten. Und ehrlich: nie ist mir das so bewusst geworden wie in der guten Stunde, die wir mit der Grenzabfertigung verbracht haben.

Als erstes:

  • Auto parken
  • Kofferraum auf
  • Gepäck raus und zu Fuß damit zum Grenzer-Gebäude.

Dort wird das Gepäck wie am Flughafen durch den Fliessband-Scanner geschickt. Während dessen ist man selbst mit Auskünften zur Gelbfieber Impfung Auskunft beschäftigt (aktueller und vollgestempelter Impfausweis sehr empfohlen). Dann Auschecken in Kenia:

  • Passkontrolle inkl. Abgleich des Konterfeis via Kamera mit dem biometrischen Ausweisbild.
  • Einmal alle 10 Fingerabrücke abliefern
  • Dann weiter zum Check-In in Tansania.

Erfreulicherweise innerhalb des gleichen Gebäude, das als „One-Stop-Border-Control“ einen echten Fortschritt zu einigen Jahre zuvor (so wurde mir berichtet) darstellt. In Tansania das gleiche Spiel:

  • Visum und Einreiseformular vorzeigen
  • Passabgleich mit Kamera und wieder 10er Scan der Fingerabrücke.

Der Datenschützer in mir bekommt langsam Schnappatmung.

Da wir mit dem eigenen Auto unterwegs sind ist das Log-Book – vergleichbar unserem Fahrzeugbrief – unseres Peugeot 207 im Gepäck. Auch unsere Löwenbaby wird „eingereist“, sprich temporär importiert, was bedeutet dass das Logbook einkassiert unter Verwaltung der kenianischen Grenzbehörde gestellt wird. Schliesslich könnten wir das Auto ja in Tansania sonst verkaufen. Dazu kommt noch eine Kfz-Versicherung, da unsere kenianische Versicherung das benachbarte Ausland nicht abdeckt.

Der Hacker in mir wird wach

Der entsprechende Beamte ist locker drauf und sehr freundlich (wie übrigens alle Grenzer!). So kann ich mir die Frage erlauben, ob er nebenbei einen schwunghaften Gebrauchtwagen Handel betreibt. Immerhin ist das Logbook, ebenso wie unser Fahrzeugbrief, schliesslich ein Eigentumsnachweis. Es wäre ein Leichtes, wenn mal hier und da ein Logbook unauffindbar wäre. Dafür umgekehrt ein geklautes Auto gleicher Baureihe auf einmal neue Papiere hätte. Immerhin bekommen wir ausnahmsweise das Logbook wieder ausgehändigt. Keine Ahnung ob aufgrund der guten Stimmung oder ob meines ehrlichen Gesichts. Immerhin dürfte uns das beim Wiedereintritt in die kenianische Atmosphäre schon mal eine Lauferei ersparen.

Apropos erspart und Lauferei: einiges davon übernimmt unserer „Customs Agent“. Lizenzierte Helferlein, die einen unmittelbar vor der Grenze „auflauern“ und ihre Dienst anbieten. Ob die wirklich verpflichtend sind, habe ich bis heute nicht in Erfahrung bringen können. Und: Keine Ahnung, wie lange die Chose ansonsten ohne ihn gedauert hätte. Wohl gemerkt: zu diesem Zeitpunkt ist nicht sehr viel zu tun und erst nach uns trudeln 3 Busse ein!

Zusätzlich wird uns dringlich ans Herz gelegt in Verbandskasten, Warndreieck und Feuerlöscher zu investieren. Alles Dinge, die in Kenia sicher auch hilfreich, aber eben nicht vorgeschrieben sind. Entsprechend selten findest sich das auch in den Fahrzeugen die gemeinhin zu kaufen sind. Tansania hat in der Tat die sehr viel strengeren Strassenverkehrsregeln. Diese werden aber auch sehr viel klarer in der Ausschilderung angezeigt. Und auch recht konsequent verfolgt. Na, ja fast. Dazu später mehr.

Lauferei, Zeitverlust und Kosten

Wie schon erwähnt: neben all dem Papierkram und der dazu notwendigen Zeit von gut einer Stunde addierten sich am Ende noch

  • 3500 KES (ca. 32 €) für die Kfz-Versicherung,
  • 2000 KES (ca. 18 €) für unser Helferlein von Kenia nach Tansania
  • 1000 KES (ca. 9 €) für das Helferlein auf der Rückreise von Tansania nach Kenia
  • 2800 KES (weitere ca. 25 €) für die Aufrüstung unseres Sicherheitsequipments.

Alles in allem also rund 84 € + je ca. $ 50 für das tansanische und das kenianische Visum.

Ist nun Tansania vielleicht das bessere Kenia?

Kann sein, dass es der (Kurz-)Urlaubsstimmung geschuldet ist, aber irgendwie erschien mir Tansania europäischer als Kenia. Ok, mindestens südeuropäischer. Die Landschaft hinter der Grenze in Namanga ist eine Mischung aus Allgäu und Südtirol. Aber alles ordentlich wie in der Schweiz. Ja, auch in Tansania gibt es Armut. Ja, es gibt auch dreckige Ecken. Aber alles in allem wird man den Eindruck nicht los, als würde hier einmal die Woche feucht durchgefeudelt. Mag sein, dass auch die Abhängigkeit vom Tourismus ein Grund dafür ist. Etwa ein Viertel des Bruttosozialprodukts Tansanias steuert der Tourismus bei. Kilimanjaro, Serengeti, Ngorongoro – alles weltbekannte Namen nicht erst seit Prof. Grzimek. Und alle in Tansania gelegen. Dazu noch Sansibars Strände und schon wird das Bild in Sachen Tourismus rund.

Dazu die schon erwähnte Entspanntheit. Vorallem im direkten Vergleich mit Nairobi. Ok – Großstadt Nairobi mit der ländlichen Region vor Arusha und dem nur ein Zehntel so großen Arusha selbst zu vergleichen ist sicher unfair. Vielleicht liegt ein Teil auch in der wirtschaftlich etwas schwächeren Situation von Tansania begründet. Es gibt demgemäß etwas weniger Autos auf den Straßen.

Ein weiterer sehr viel wichtigere Aspekt aber ist der respektvollere Umgang miteinander. Die Unmöglichkeiten des Nairobi Traffics erlaubt sich schlicht und ergreifend niemand. Wo bei Stau in Nairobi aus einer Fahrspur gleich derer vier werden, bleibt Arusha gelassen und freundlich. Spätfolgen des „afrikanischen Sozialismus“ der bis in die 80er Jahre in Tansania herrschte? Ein bisschen Ostalgie schwingt sich ein.

Ganz sicher aber auch wegen der sehr viel häufigeren Polizeikontrollen entlang unserer Route. Die Verkehrsregeln entsprechen den unseren, die Ausschilderung ist klar und unmissverständlich mit internationalen Verkehrszeichen. Die meisten Kontrollen (etwa 2 bis 3 pro Tag) beschränken sich auf die Durchsicht der Papiere und enden meist mit einem freundlichen „Gute Weiterreise“.

Die Ausnahme der Regel

Nur in einem Fall drängt sich der Eindruck auf: Aussieben nach Nummernschild, dann einen Verstoß finden. Der junge Polizist ist freundlich aber sehr nachdrücklich in seinem Vorwurf ich hätte einen Zebrastreifen missachtet und nicht auf Null abgebremst. Da er mich als „professional driver“ bezeichnet, wüsste ich gerne woran er das „professional“ denn festmacht. Mein Führerschein als solcher macht für ihn die Profession. Ich kann ihm klarmachen, dass mein Verständnis von „professional“ auf mehr als 1 Mio. gefahrener km beruht. Ein unvorstellbare Zahl für ihn. Die meisten Kenianer (und wohl auch Tansanier) kommen im Durchschnitt auf 8000 km p.a. Fahrleistung.

Hilfsweise werden dann die Badelatschen in denen ich fahre bekrittelt. Schuhe oder barfuss! Alles andere ist unsicher! Auch dazu tue ich ihm höflich meine „professionelle“ Meinung kund, aber sein Urteil steht fest: 30.000 TZS (ca. 15 €) will er sehen. Da wir (vorgeblich) kein Bargeld dabei haben, bieten wir Kreditkartenzahlung an. Was (erwartungsgemäss) nicht funktioniert. Die Frage nach M-PESA – dem mobilen Zahlungssystem (auch dazu ein andermal mehr)- beantworten wir wahrheitsgemäss mit „nur die kenianische Variante“. Das es selbst für Bargeldauszahlungen ein Roaming-Abkommen zwischen den nationalen Providern gibt scheint er zu unserem Glück nicht zu wissen. So lässt er uns dann nach Schuhwechsel und ein paar Höflichkeiten unverrichteter Dinge und unkassiert wieder ziehen. Ich fürchte ein paar andere kenianische Nummernschilder haben heute für mich mitbezahlen dürfen.

Trotzdem: unser Entschluß steht fest! Wir kommen wieder. Vielleicht sogar für eine sehr viel längere Zeit. Die Freundlichkeit und Gelassenheit des Landes lassen Tansania als eine gute Basis für einen entspannten Lebensabend erscheinen.

Blogging Challenge #Projekt26 … accepted!

Mal wieder war es der von mir so geschätzte Torsten Landsiedel, der mit einem, nein zwei Tweets zur Blogging Challenge #Projekt26 alles lostrat:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://twitter.com/zodiac1978/status/1210976974677725184
Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://twitter.com/zodiac1978/status/1210976976309309441

Einmal hatte ich mich am – zugegeben noch etwas anstrengenderen – Projekt52 in Sachen Blogging versucht und war kläglich gescheitert. Aber „nur“ alle zwei Wochen was schreiben? Und dazu auch noch etwas auf Vorrat in der Kiste haben, das nun ausgebuddelt und veröffentlich werden kann? Warum also nicht nochmal einen Versuch mit der Blogging Challenge #Projekt26 starten?!

Ok. Beim Studium der Bedingungen kam dann der erste Dämpfer:

Das Thema sollte WordPress sein, angrenzende Themengebiete, wie CSS, Javascript, etc. gehen natürlich auch. Bonuspunkte gibt es für Artikel zum Thema Gutenberg.

https://torstenlandsiedel.de/2019/12/28/projekt26-jetzt-erst-recht/

Hmm, nicht gerade deckungsgleich, mit dem, was ich in der Schublade habe. Der Name des Blogs „Nairobi Notes“ legt es nahe: hier geht’s um meine neue Wahlheimat. Um Dinge, die ich um mich herum wahrnehme und die manchmal so gar nicht in meinen bisherigen Erfahrungshorizont passen und daher aufgeschrieben und erklärt gehören. Aber da zu meiner Wahlheimat Nairobi eben auch WordPress in meinem beruflichen Umfeld gehört, werde ich die Themenauswahl einfach etwas erweitern.

Dann eben auch ein bisschen WordPress als Thema

Auch da gibt es genügend Dinge, die hier anders (nicht unbedingt besser, nicht unbedingt schlechter, einfach nur anders) laufen als unsereiner das von „good old Germany“ gewohnt sein mag. Und das bringt dann auch gleich die zweite Änderung an meinem Vorhaben mit sich: deutsch oder englisch? Oder beides?

#Projekt26 und #project26 side-by-side

Hmm … Ausgangspunkt meiner Überlegung sind die beiden Zielgruppen, die ich im Kopf habe:

  • Der deutschsprachige Teil wird im wesentlichen die „Daheimgebliebenen“ adressieren. Ich werde versuche ein bisschen Einblick in meine tägliche Lebenssituation und in mein Arbeitsumfeld zu geben.
  • Der englischsprachige Teil richtet sich auch die lokale Community um wird neben WordPress auch ein bisschen „Businesstalk“ enthalten. Ich bin nun mal in erster Linie Betriebswirt und gerade in dem jungen und aufstrebenden Umfeld Nairobi fühle ich mich geradezu verpflichtet ein bisschen was von meiner Erfahrung aus 20 Jahren Selbstständigkeit weiterzugeben.

Für den Anfang werde ich mir den Aufwand von multilingualen Plugins erstmal sparen. Also bitte nicht wundern, wenn sich die Artikel in deutsch und englisch (im Idealfall) abwechseln. Und folgerichtig, wird dieser Artikel hier der einzige sein, den es auch in englisch zu lesen geben wird. Und: ich lasse mich auch gerne von besseren Wegen im Rahmen der Kommentare überzeugen. Wie war das doch gleich:

Alle zwei Wochen muss ein anderer Blogartikel kommentiert werden – das ist neu, aber wichtig, damit wir den Blog wieder als zentralen Ort für den Austausch nutzen und das nicht auf den Social Media Plattformen diverser Konzerne machen.

https://torstenlandsiedel.de/2019/12/28/projekt26-jetzt-erst-recht/

Ein sehr löblicher Ansatz BTW, den ich sehr unterstütze!

Also dann: was spricht dafür, was dagegen deutsch- und englischsprachigen Content locker in einer Timeline zu mixen? Und falls die Nachteile (z.B. in Sachen SEO) überwiegen: welchen Weg für multilingualen Content empfiehlt die geneigte Leserschaft? Und warum?

Ich bitte um Kommentare!